Der dreizehnte Streich. Viertelfestival Waldviertel / Österreichs „größtes Festival im Kleinen“ beginnt seine vierte Runde durch die vier Viertel. Das Viertelfestival ist immer noch und mehr denn je ein Erfolgsmodell.

Erstellt am 23. März 2014 (23:59)
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Zur grafischen Spurensuche wird das „Anzapfen der Naturmaschine“, ab 26. Juli in Gars am Kamp.
Von Thomas Jorda

Das erste Viertelfestival fand im Jahr 2001 statt; seither wird jedes Jahr – mit Ausnahme einer Restrukturierungspause 2005 – eines der vier Viertel beglückt. Folgerichtig gastiert das Festival 2014 wieder im Waldviertel.

Von 10. Mai bis 10. August gibt es in 41 Gemeinden unter dem Motto „Naturmaschinen“ 68 Projekte zu bestaunen, davon fünfzehn, die von Schulen gestaltet werden. Festivalleiter Stephan Gartner möchte keine falsche Hoffnung in Richtung Betulichkeit wecken: „Wenn diese Naturmaschinen starten, dann werden sie auch Lärm machen und Staub aufwirbeln.“

Fürchten muss man sich aber nicht, meint Gartner: „Wir sind ein Spezialitätengeschäft, das im Gegensatz zu der immer stärker werdenden Eventszene Kunst & Kultur vor der Haustüre bietet.“

500.000 Besucher sind einzigartig in Österreich 

Bei den vergangenen zwölf Festivals wurden rund 500.000 Besucherinnen und Besucher bei gut tausend Kunst- und Kulturprojekten registriert. Das sei, betonte Landeshauptmann Erwin Pröll in diesem Zusammenhang, „auf österreichischer Ebene einzigartig“. Die Viertelfestivals böten „Kunst und Kultur aus der Region für die Region. Da gibt es keinen Ideenimport. Die Ideen und die kreative Kraft kommen direkt aus der Region.“

Das sei auch Bedingung, um die Ziele des Festivals zu verwirklichen. „Wir wollen die Identifikation mit der Region fördern. Wir wollen Hemmschwellen auf dem Weg zur Kunst beseitigen. Und wir wollen vor allem die Hemmschwellen für die jungen Leute abbauen helfen.“

Wie das funktioniert, zeigt auch die Statistik. So kommen 75 Prozent der Besucherinnen und Besucher jeweils aus der nahen Umgebung – und alle der knapp 500 Akteure, die heuer tätig sein werden.

Eröffnet wird das Viertelfestival am 9. Mai um 19 Uhr im Karikaturengarten von Brunn am Wald. Unter dem Titel „Verdrehte Vorzeichen. Zurück zur Naturtankstelle“ werden Pferde mit Diesel und Traktoren mit Stroh gefüttert …

In fast allen Sparten und Genres gibt es bemerkenswerte Events. So schläft die Trachtenkapelle Brand am 7. und 8. Juni den „Böhmischen Traum 5.0. Blasmusik in Reinkultur!“. Die Schauspielerin Manuela Seidl lässt Ende Juni in Greillenstein „Hitlers Großmutter“ mit „Erinnerungen an Maria Schickelgruber“ zu Wort kommen. Barbara Krobath zeigt am 18. Mai in Harth ihre Sicht auf das „Ortsbild“ in Form „animalischer Streetmaps“. Und am 10. Mai kann in Waidhofen an der Thaya der „Lit-walk“ begangen und „Regionale Literatur am Gehsteigrand“ bewundert werden.

Die ganze Breite des Angebots: 2014.viertelfestival-noe.at