Der Gott des Gemetzels. Der Blick aufs Bühnenbild (im Hintergrund eine Höhlenmalerei à la Lascaux, das Mobiliar aus deftigen Paletten gezimmert) verrät schon vorab: In Mödling wird’s zum Saisonstart atavistisch!

Von Günther Schwab. Erstellt am 22. Oktober 2014 (15:50)
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Vor dem großen Gemetzel: Johanna Withalm, Hendrik Winkler, Dirk Warme und Monika Anna Cammerlander (von links) spielen unter der Regie von Rüdiger Hentzschel im Stadttheater Mödling.
NOEN, Bettina Frenzel
Daran vermag auch das bemüht „kultivierte“ Ambiente nichts zu ändern, nämlich der Gesprächsversuch zweier Paare, deren elfjährige Buben auf dem Spielplatz so „unkultiviert“ kommuniziert haben, dass einem die Vorderzähne fehlen.

Gnadenlos werden nicht nur die Schwächen einer mit verbalen Banalitäten übertünchten Konfliktgesellschaft, sondern auch ihrer Beziehungen enttarnt. Wortwitz, Situationskomik, eine straffe, effektvolle Regie (Rüdiger Hentzschel) und ein hervorragend agierendes, spielfreudiges Ensemble machen den Abend zum Genuss.

Fazit: Eine Gratwanderung zwischen Humanismus und Atavismus – kurzweilig umgesetzt.