„Der Musikszene fehlt das Selbstbewusstsein“. Die Rockband Kaiser Franz Josef über ihren Erfolg beim Amadeus Award und die Diskussionen in der heimischen Musikbranche.

Von Gerti Süss. Erstellt am 02. Juni 2014 (07:52)
NOEN, Thomas Peischl

NÖN: Ihr hattet die Ehre, die Mainstage zu eröffnen. Seid ihr zufrieden mit dem Auftritt?
Sham: Absolut. Es war eine coole Stimmung. Es sind immer mehr Leute dazugekommen und am Schuss war’s richtig cool.
Tom: Wir haben uns sehr wohlgefühlt.
 
Wie war es für euch, neben einem nie in Betrieb gegangenen AKW zu spielen?
Sham: Während des Konzerts haben wir das ja nicht so mitgenommen. Aber wir sind froh, dass es nicht in Betrieb ist.

"Energie muss nachhaltig sein und wir müssen in diese grüne Energie investieren"

Was bedeutet euch die energiepolitische Botschaft, die hinter diesem Festival steht?
Sham: 
Energie muss nachhaltig sein und wir müssen in diese grüne Energie investieren, damit wir noch länger auf diesem Planeten verweilen dürfen. Diese grüne Botschaft ist absolut unterstützenswert.
 
Steckt hinter dem Namen Kaiser Franz Josef eigentlich eine Botschaft?
Sham:
Ja: Wir wollen den Rock regieren. Und die Welt erobern.
Can: Wir wollen mehr erreichen als der richtige Kaiser Franz Josef.
 
Ihr habt vor kurzem den Amadeus in der Kategorie Rock gewonnen. Hättet ihr mit diesem Erfolg gerechnet?
Can:
Nicht wirklich. Wir haben es uns extra nicht sagen lassen, dass wir gewonnen haben. Und deswegen waren wir sehr überrascht und haben uns sehr gefreut darüber. Sowas kriegt man ja nicht alle Tage.
Sham: Das ist ja eigentlich ein Wahnsinn.

"Natürlich ist es schwierig, wenn man die Künstler in Kategorien einteilen muss"

Kurz vor der Verleihung gab es aber die Diskussion, dass dieser Preis überholt ist.
Sham:
Natürlich ist es schwierig, wenn man die Künstler in Kategorien einteilen muss. Aber eine Auszeichnung ist eine Auszeichnung. Und wenn man die bekommt, hat man glücklich darüber zu sein.
Can: Kann sein, dass der Amadeus für andere Leute uncool ist. Wir haben uns aber sehr gefreut.
 
Vor kurzem wurde heftig darüber diskutiert, dass Radiosender wie Ö3 zu wenig österreichische Musik spielt. Wie seht ihr das?
Can:
Es ist schon so, dass Ö3 eher wenig österreichische Musik spielt. Dieses Problem ist aber nicht neu.
Sham: Generell hat man in Österreich einen Heimnachteil. Aber das werden wir schon ändern.

Generell hat man in Österreich einen Heimnachteil

Fehlt der österreichischen Musikszene vielleicht auch einfach das Selbstbewusstsein?
Sham:
Definitiv. Ich glaube generell, dass Österreicher zu wenig an sich selbst glauben. Das ist aber ein Fehler. Es gibt überall Ecken auf der Welt, wo gute Musik herkommt. Wenn man die Landkarte nimmt und die ganzen Striche, die da drauf sind, wegnimmt und einfach nur auf die Welt schaut, dann kann in jeder Ecke ein Talent sein. Und das passiert ja auch in Österreich. Gerade jetzt haben wir viele gute Musiker und da sollten wir dranbleiben.
 
Die Musik ist derzeit ja noch nicht euer Hauptberuf...
Sham:
Doch. Und Gott sei Dank.
 
Seht ihr euch in zehn, zwanzig Jahren immer noch auf der Bühne?
Sham:
Absolut. Es gab nie einen Plan B.
Can: Wir machen so lange weiter, wie es nur möglich ist.