Der Wein als Medizin. Abt Matthäus Nimmervoll (Stift Lilienfeld) über Gedanken zum Wein. Das Stift Lilienfeld in der Region Mostviertel-Alpin hat seine Weingüter in der Thermenregion (Industrieviertel) – seit mehr als 800 Jahren in Pfaffstätten bei Baden.

Erstellt am 28. Juli 2013 (06:00)
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Das Stift Lilienfeld in der Region Mostviertel-Alpin hat seine Weingüter in der Thermenregion (Industrieviertel) – seit mehr als 800 Jahren in Pfaffstätten bei Baden. Als Mitglied der noblen Weinritterschaft macht man sich so seine Gedanken über dieses edle Getränk.

Im Psalm 104 ist von der unterschiedlichen Ernährungsweise von Mensch und Tier die Rede: „Du, Gott, lässt Gras wachsen für das Vieh und auch Pflanzen für die Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde und Wein, der das Herz des Menschen erfreut“. Wir brauchen also nicht Gras kauen, sondern dürfen Weinberge pflanzen.

Jesus selbst stellt sich selber vor: „Ich bin der wahre Weinstock“. Das ist ein schönes Bild und bewahrt uns vor der Angst, dass seine Lehre aus essigsauren Strafpredigten bestünde. Er, der Weinstock, wir, die Reben.

Kardinal Nikolaus von Kues schrieb: „Manchmal versteht man Gott wie einen Wein; man lernt ihn durch Hörensagen, durch Blick und Geschmack kennen.“ Der Apostel Paulus verordnet seinem Schüler Timotheus keine Haferschleimsuppe, sondern schreibt ihm: „Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein mit Rücksicht auf deinen Magen und deine häufigen Krankheiten“. Der Kirchenlehrer Hieronymus schreibt, dass alten Leuten, die leicht frösteln, oder an Erkältung leiden, warme Speisen und alte Weine gut tun.

Freilich weiß jeder, der ein Glas Wein liebt, dass deren drei bis fünf Gläser Gefahren mit sich bringen können. Wie überall gilt es, das rechte Maß zu finden und einzuhalten.