Iran lädt NÖ Tonkünstler ein. Der Besuch in Teheran brachte ein äußerst konstruktives Ergebnis für Niederösterreich.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 20. Oktober 2014 (10:23)
Besuch in Teheran: Chefredakteur-Stellvertreter Thomas Jorda, Botschafter Fritz Stift, Minister Ali Moradkhani (liebt besonders Beethoven), Reinhard Gosch (Dialog zwischen den Kulturen).
NOEN, Foto: Juen

Das beeindruckende Ergebnis eines Iranbesuchs, an dem die NÖN exklusiv teilnehmen konnte: Spätestens 2016 werden die Tonkünstler eine Konzertreise in den Iran absolvieren – und Landeshauptmann Erwin Pröll wurde von Ali Moradkhani, dem Stellvertretenden Kulturminister des Irans, ausdrücklich als sein Gast zum offiziellen Besuch mit kulturellen und wirtschaftlichen Gesprächen eingeladen.

Vor zwölf Jahren gab es schon intensive kulturelle Kontakte zwischen dem Iran und Niederösterreich, an dem auf iranischer Seite federführend Ali Moradkhani beteiligt war, auf niederösterreichischer Mimi Wunder, damals Intendantin des Festspielhauses St. Pölten.

Alte Kontakte leben neu auf

Aus politischen Gründen wurden diese Kontakte nicht mehr so intensiv gepflegt, doch nun kommt es zu einem neuen Anlauf. Im Auftrag von Niederösterreichs Kulturholding NÖKU besuchte Reinhard Gosch, Leiter des Dialogs zwischen den Kulturen in St. Pölten, den Iran, um die alten Kontakte mit Ali Moradkhani wieder aufleben zu lassen und dem Tonkünstlerorchester den Weg zu ebnen.

Mit der äußerst konstruktiven Unterstützung von Österreichs Botschafter Fritz Stift (ein gebürtiger Weinviertler) und der für Kultur zuständigen Konsulin Gabriele Juen fanden die Gespräche zwischen Ali Moradkhani und Reinhard Gosch das eingangs erwähnte Ergebnis, dessen Details natürlich zu besprechen sind.

NÖN bat Minister Ali Moradkhani zum Gespräch

Die NÖN hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit Minister Ali Moradkhani, aus dem wir hier zitieren.

… über die Kontakte vor zwölf Jahren …

„Die Regierung damals hatte den ernsten, festen Willen, die internationalen Beziehungen des Iran zu fördern und zu festigen. Dabei entstanden die Begriffe Dialog der Zivilisationen und Dialog zwischen den Kulturen. Wir sind ein junges Volk, das großes Interesse hat, sich international glaubhaft vorzustellen. Und es gab den starken Willen von österreichischer Seite, dies aktiv zu verfolgen. Wir haben uns in Wien umgeschaut, haben aber erkannt, dass die Möglichkeiten in St. Pölten viel besser waren und die Führungspersönlichkeiten und Manager an der Sache großes Interesse hatten.“

... über die Bedeutung Österreichs …

„Es mag sein, dass Österreich geografisch klein ist. Aber es ist ein großes Land, was Musik und Kunst betrifft. Es hat enormes Potenzial, die ganze Welt identifiziert Kunst und Musik mit Österreich. Das war und ist für uns von enormer Bedeutung. Um nur ein Beispiel zu nennen – Bösendorfer-Klaviere gibt es bei uns seit fünfzig Jahren.“

… über die internationalen Probleme des Irans …

„Wenn wir die internationale Gemeinschaft von unserem guten Willen zur Zusammenarbeit überzeugen wollen, müssen wir uns auf einer kulturellen Basis präsentieren. Unsere Stellung zu allen Problemen der Welt hat stets das Fundament in der Kultur. Die Regierung sucht und pflegt die Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft. Deshalb müssen wir uns dahin entwickeln, dass wir uns kulturell auf der internationalen Bühne präsentieren können.“

… über die Beziehungen zu Niederösterreich …

„Ich würde mich sehr freuen, wenn Landeshauptmann Erwin Pröll mein persönlicher Gast ist. Ich lade ihn ausdrücklich herzlich ein. Er ist jederzeit im Iran willkommen. Ich weiß, dass er sehr an der Geschichte unserer Zusammenarbeit interessiert ist, dass er den Austausch auf kultureller und anderen Ebenen fördern will.“

… über die Notwendigkeit der Kunst …

„Die Natur der Kunst basiert auf Frieden, und wir sehen es als Aufgabe, Menschen, die sich der Kunst widmen, zu unterstützen. Es ist wichtig, dass sich der Friede möglichst weit ausbreitet.“