Die Krebs-Schnüffler. Atem / Hunde und „elektronische Nasen“ können Krebs bis zu 70 Prozent erriechen. Das zeigt ein Projekt aus NÖ zur Früherkennung von Lungenkrebs.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (18:56)
Von Christine Haiderer

Lungenkrebs wird meist zu spät entdeckt. Zu spät, um zu operieren. Zu spät für eine Heilung.

Ein Früherkennungstest, wie es ihn bei anderen Krebsarten gibt, wäre daher wichtig. Doch: „Es gibt derzeit keine zufriedenstellende Methode, Lungenkrebs im Frühstadium zuverlässig diagnostizieren zu können“, erläutert Peter Errhalt. Aus diesem Grund reichte der Vorstand der Pneumologie am Landesklinikum Krems ein Projekt bei der NÖ Forschung und Bildungsgesellschaft ein. Übrigens mittlerweile „das erste abgeschlossene Projekt der Life Science Calls“ laut Geschäftsführer Rudolf Mallinger. Dabei wurde verglichen, wie gut Krebsspürhunde und elektronische Nasen (mittels Mikrosensoren) Krebs erriechen können. Das Ergebnis: „Es ist uns gelungen, eine Erkennungsrate von rund 70 Prozent zu erreichen“, freut sich Errhalt.

Zum Ablauf: Zunächst bläst ein Patient in einen Beutel. Die darin enthaltene Luft kommt in ein Röhrchen. Das wird schließlich zum Geruchsobjekt für Tier und Maschine. Bei den Hunden werden sie in mehrere Plastikboxen gesteckt. In manchen ist eine Probe von Krebspatienten, in anderen nicht. Hat der Hund eine erkannt, reagiert er darauf. „Manche legen sich dazu, manche setzen sich dazu, manche kratzen mit der Pfote darüber“, meint Trainerin Michaela Marschall (Projekt Canis). Umso wichtiger ist es, dass der Hundeführer sein Verhalten richtig interpretieren kann. Ein Nachteil der Analyse durch Hunde ist, dass sie nicht unendlich viele Proben verarbeiten können. Ihr Vorteil: Für sie ist es kein Pro-blem, wenn Patientenproben aus unterschiedlichen Krankenhäusern kommen. Für die elektronische Nase (eNose) hingegen schon. „Unterschiedliche Kliniken haben unterschiedliche Gerüche“, so Christian Krutzler von ACMIT (Wr. Neustadt). Etwa aufgrund verschiedener Desinfektionsmittel. Und das kann beim Herausfiltern der Substanzen zu Problemen beim Datenmuster führen. Nun soll ein weiteres Projekt von Michael Müller (Otto Wagner Spital) klären, wie sich die Rahmenbedingungen bei eNose und Hunden verbessern lassen. „Fernziel ist ein einfacher Test“, so Errhalt. Ein Test, der den Patienten nicht belastet und zuverlässig anzeigt, ob Lungenkrebs vorliegt oder nicht. www.noe-fb.at