Florian Teichtmeisters leidenschaftliche Liebelei. "Ein Schauspieler ist einer, der seine Kindheit in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht hat." Im erweiterten Sinn hat das Max Reinhardt einmal gesagt. „Und genau so sehe ich das auch“, erklärt Florian Teichtmeister.

Von Verena Randolf. Erstellt am 10. September 2014 (08:17)
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„Für mich ist Schauspielerei die Professionalisierung eines kindlichen Spiels: Die Bewahrung der kindlichen Spielfreude, der kindlichen Forschungsgier und des kindlichen Mutes. Man muss als Schauspieler – wie ein Kind – bereit sein, Risiken einzugehen. Blaue Flecken und aufgeschürfte Knie riskieren!“ Und Teichtmeiser meint, was er sagt: Kaum eine Produktion, in der der 34-Jährige „ungeschunden“ davonkommt. „Ja“, lacht er, „Riss-Quetschwunden und Verletzungen dieser Art gehören einfach dazu!“

Vorfreude auf Begegnung mit Publikum

Kurz vor der „Liebelei“- Premiere im Theater in der Josefstadt, wo der junge Schauspieler gerade an der Seite von Otto Schenk und Alma Hasun die Hauptrolle spielt, ist Teichtmeister voller Spannung: „Nach Wochen intensiver Proben im kleinen Kreis freue ich mich auf die Begegnung mit dem Publikum. Und ich bin gespannt auf die Herausforderung, an diesem Abend das zu erreichen, was ich mir wünsche.“ Kurz: Ob es ihm gelingt, mit einem einzigen Schritt in seine Rolle zu schlüpfen. Ihre Impulse und Gedanken zu übernehmen.

Die Handschuhe von „Fritz“, der Hauptfigur, spielen in diesem Fall eine nicht ganz unwesentliche Rolle: „Wenn ich die Handschuhe trage, bin ich Fritz!“, erklärt Teichtmeister, „wobei ich nicht weiß, ob ich Fritz werde, weil ich in die Handschuhe schlüpfe oder ob ich in die Handschuhe schlüpfe, weil ich Fritz bin!“ Er lacht. „Die Henne-Ei-Problematik!“

Schauspielerei ist große Leidenschaft

Teichtmeister gilt als einer der viel versprechendsten Schauspieler des Landes. Neben der Hauptrolle im Thriller rund um das Attentat von „Sarajevo“ spielte er in „BÖsterreich“, „Die Spuren des Bösen“ und zahlreichen Theaterproduktionen. Demnächst wird er in David Schalkos „Altes Geld“ zu sehen sein. Die Schauspielerei ist seine große Leidenschaft; „Ich verwende meine ganze Kraft, um zu spielen! Ich spiele unfassbar wahnsinnig gerne und für mich ist es ein großes Geschenk, diesen Beruf gefunden zu haben!“