Die Schätze der Erde. Landschaft als Passion – Eine Retrospektive / Das Landesmuseum in St. Pölten zeigt bis zum
26. Oktober Werke von Karl Korab, mit dem Fokus auf Malerei, Zeichnung und Aquarelle.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 18. Mai 2015 (06:00)
NOEN, Erich Marschik
Karl Korab mit seinem 1973 gemalten Bild "Schießstätte" (Sammlung Essl).
Zwei Jahre fehlen ihm noch auf den Achtziger, müde aber ist er keineswegs. „Ich habe noch immer so eine Freude am Malen“, sagt Karl Korab, „und ich bin jeden Tag in der Früh glücklich, wenn ich in mein Atelier gehen und arbeiten kann.“ Besonders liebt er den 1. Jänner. Während andere an diesem Tag ihren Kater pflegen, beginnt er das neue Jahr regelmäßig mit einem neuen Bild.

Nur einen Tribut will er an seinen kommenden runden Geburtstag leisten. „Im Atelier habe ich schon eine riesige Leinwand aufgespannt. Dieses Bild wird mein Geschenk an mich.“

Karl Korab auf Landschaften zu reduzieren, das greift viel zu kurz, wie auch die von Carl Aigner kuratierte Retrospektive des Landesmuseums in St. Pölten zeigt. Schon vor der Matura in Horn malte Korab zum Beispiel exzellente Akte, die ihn zwar nicht die Matura, aber den Platz im Internat des Horner Bundeskonvikts kosteten.

„Ich wollte immer schon Maler werden“

Was ihn aber nicht störte, „mir war nur wichtig, immer schon zu wissen, dass ich Maler werden wollte“. Und das wurde er auch, ausgezeichnet von der Wiener Akademie der bildenden Künste und mit vielen anderen Preisen. In den Siebzigerjahren widmete er sich vor allem dem Stillleben und wurde – mit einem hohen monatlichen Fixum – von der Genfer Galerie Krugier vertreten und zum damals wichtigsten Künstler Österreichs auf dem internationalen Parkett gemacht.

Die persönliche Begegnung mit dem Waldviertler Geologen und Paläontologen Fritz Steininger brachte ihm die Geheimnissen des Bodens nahe, die darin verborgenen Schätzen und den Texturen der Erde, die ihn auch deswegen faszinierten, „weil ich schon immer den Hang zu den Strukturen, zum Räumlichen, zum Relief, zu den Techniken der Collage hatte“.

„Ich male Menschen"

Der Weg zum großen Maler der Weinviertler und Waldviertler Landschaften war vorgegeben, und trotzdem sieht sich Korab nicht auf den Landschaftsmaler reduziert. „Ich male Menschen – durch die Spuren, die sie in der Landschaft hinterlassen haben.“

Die exzellent gestaltete Ausstellung im Landesmuseum beschränkt sich ausdrücklich auf Originale, auf Malerei, Zeichnung, Gouachen und Aquarelle, beeindruckt durch den Mut, ein noch unfertiges Bild zu zeigen, präsentiert auch eines der faszinierenden Skizzenbücher.

Nicht zu sehen sind seine druckgrafischen Arbeiten. Zu groß ist Korabs Werk, um es in allen Facetten zu beleuchten.


Karl Korab ...

… wurde 1937 in Falkenstein im Weinviertel geboren und maturierte am Realgymnasium Horn. Im Herbst 1957 absolvierte er die Aufnahmeprüfung an der Akademie und wurde Meisterklassenschüler bei Sergius Pauser. Er schloss 1964 das Studium ab und erhielt den Abgangspreis für die beste Diplomarbeit des Jahrgangs.

Mit der ein Jahrzehnt bestehenden Zusammenarbeit mit dem internationalen Galeristen Krugier begann Anfang der Siebzigerjahre eine internationale Karriere, die ihn zu einem der erfolgreichsten österreichischen Künstler jener Zeit machte. 1972 erhielt er den Kulturpreis des Landes. Mit seiner Übersiedelung nach Sonndorf bei Maissau beginnt Korab seine kontinuierliche, bald ausschließliche Auseinandersetzung mit dem Wald- und dem Weinviertel.