Dietrich Siegl: Happy Birthday, Herr Oberst!. Die NÖ Promi-Szene

Von Verena Randolf. Erstellt am 19. März 2014 (15:00)
Der SOKO-Donau-Schauspieler Dietrich Siegl lebt seit 21 Jahren in Neulengbach. »Ziemlich abgeschieden, mitten im Wald.« Seinen 60. Geburtstag feiert er mit »200 guten Freunden« in Wien. Foto: Marschik
NOEN, ERICH MARSCHIK

Von Verena Randolf

Schauspieler Dietrich Siegl wird 60. Drei Orte, an denen er in den letzten sechs Jahrzehnten vermutlich lieber nicht gewesen wäre: In einer – wie er es nennt – „Irrenanstalt“ als 20-Jähriger.

Viel Nervosität zu Beginn der Karriere

„Auf kiloweise Valium“, nachdem er bei seinem ersten Schauspiel-Engagement aus lauter Panik vor dem „Moloch an Hunderten von Augenpaaren, die mich anstarrten“, umgekippt war, weil er „der Prüfungssituation“ nicht mehr standhalten konnte.

Vor seinem Postkastl mit 40, das er – aus Angst vor noch mehr Rechnungen – nicht öffnen konnte oder wollte, weil die Bank und das Finanzamt ihm mit einem Schuldenberg im Nacken saßen.

Und – ohne sein Hin-und Her-Sackerl, in dem immer eine Flasche Alkohol für unterwegs war – bei einem Therapeuten, der mit ihm den Weg aus der Sucht fand. Seitdem trinkt er keinen Tropfen mehr.

„Es hat Zeiten bei mir gegeben, da hätte ich nicht sagen können: ,Das Leben ist schön!‘, erzählt der SOKO-Donau-Schauspieler bei einem Kaffee im 8. Wiener Bezirk.

Neulengbacher schon seit fast 40 Jahren auf der Bühne

„Aber jetzt schon, jetzt kann ich das sagen! Mich zwickt es insofern überhaupt nicht, dass ich 60 bin. Was mich stört, ist, dass es jetzt bald vorbei ist! Jetzt, wo es mir gerade so gut gefällt!“

Seit knapp 40 Jahren steht der Neulengbacher auf der Bühne, seit zehn Jahren übt er als TV-Oberst Otto Dirnberger im SOKO-Team seinen Dienst aus. Apropos: Keine dummen Polizei-Sprüche bitte! „Die habe ich alle 100, nein 1.000 Mal gehört! Die sind nicht witzig!“, betont er.

„Ich kann die Polizei-Schmähs nicht mehr hören!“

Es ist Nachmittags um zwei Uhr. „Allein heute bin ich schon vier Mal angesprochen worden. Das freut mich grundsätzlich, aber ich kann die Polizei-Schmähs nicht mehr hören!“

Wenn man zehn Jahre lang eine Rolle spielt und bereits zur Tageshalbzeit vier Mal angesprochen wurde, da muss doch einmal ein guter Witz dabei gewesen sein?!

Er überlegt. „Ja, stimmt! Einer war gut: Da habe ich in einer Trafik auf mein Wechselgeld gewartet und musste niesen. Ich entschuldige mich beim Trafikanten und sag‘: „Heuschnupfen!“ worauf der mir das Wechselgeld in die Hand drückt und antwortet: „Macht nix, sind vermutlich Blüten!“