Ein Koch mit Fernweh. Arbeit im Ausland / Der gebürtige Melker Engelbert Gamsriegler hat in Brasilien, Russland und Dubai als Küchenchef gearbeitet. 2014 geht er in Pension und kehrt in die Heimat zurück.

Erstellt am 05. August 2013 (13:36)
Engelbert Gamsrieglers aktuelle Arbeitsstätte ist das Sheraton Jumeirah Beach in Dubai. Fotos: Gleiß; zVg
NOEN, Gleiß/zVg
Von Anita Kiefer

Weit herumgekommen ist Engelbert Gamsriegler in jedem Fall. Aber nicht privat, sondern beruflich: In seinem 18. Lebensjahr hat der in Neuwinden bei Melk Geborene seiner Heimat Österreich den Rücken gekehrt.

Er hat bei exquisiten Hotels und Restaurants auf der ganzen Welt als Küchenchef gearbeitet. Heute ist er 64 und wird nächstes Jahr in Pension gehen. Dann will er nach Österreich zurückkehren.

Internationaler kann ein Lebenslauf kaum sein: Mit 14 begann Gamsriegler in Marbach seine Lehre, danach ging er für gut sechs Jahre in die Schweiz. „Ich wollte mich gut ausbilden. Die Schweiz hatte damals einen irrsinnig guten Ruf“, erinnert er sich. Danach arbeitete er für zweieinhalb Jahre auf einem Schiff einer Schweden-Amerika-Linie.

Es folgten Engagements in Jamaika, Rio de Janeiro, Venezuela, Aruba und Jordanien. In Brasilien lernte Gamsriegler die Mutter seiner beiden Kinder kennen. „Ich ging dann für zweieinhalb Jahre nach Saudi Arabien. Dorthin ist meine Familie nicht mitgegangen. Für Frauen ist das ein härteres Pflaster. Meine Familie ist nach Melk gegangen.“

Schließlich landete Gamsriegler in St. Petersburg.

Die Crème de la Crème war zu Gast

„Das ist eine Traumstadt. Das Hotel zählte zu einem der besten. Dort war die Crme de la Crme zu Gast – von Luciano Pavarotti über Placido Domingo bis zu russischen Oligarchen. Die Kellner haben im Restaurant mit Frack serviert.“

Nach einem Jahr in Bahrain arbeitet Gamsriegler nun seit 2005 im Sheraton Jumeirah Beach in Dubai. Dort organisiert er auch ein inoffizielles Oktoberfest. „Wir machen das Fest im Garten, mit Schweinshaxen und viel, viel Bier. Beim letzten Mal haben wir 150 Fässer Bier gebraucht.“

Einen anderen Berufswunsch als Koch hatte er nie. „Meine Mutter hat mich immer aus der Küche rausgeworfen, weil ich überall meine Finger drin hatte. Ich liebe meinen Beruf noch immer. Aber für das Hotelfach muss man geboren sein – es ist ein Knochenjob.“

Durch seine vielen Auslandsengagements hat der 64-Jährige fließend Englisch und Spanisch gelernt. „Ich war dumm, dass ich in St. Petersburg nicht Russisch gelernt habe. Aber die Sprache ist sehr schwierig.“ Seine Kinder sind zweisprachig mit Englisch und Spanisch aufgewachsen, sie haben erst in Österreich Deutsch gelernt. „Ich habe mich in die Arbeit immer sehr reingesteigert, wollte den Kindern gute Schulen bieten.“ Heute bedauert Gamsriegler die wenige Zeit, die er durch die viele Arbeit für seine Kinder hatte.

Seine Kinder haben übrigens das „Fernweh-Gen“ des Vaters geerbt: Sohn Engelbert arbeitet selbst in Dubai, Tochter Katharina lebt in Bangkok.

Momentan sucht Gamsriegler eine Wohnung in Melk. Dorthin will er in der Pension zurückkehren. Was allerdings nicht heißt, dass ihn nicht wieder das Fernweh packt.