„Ein Pontiac muss her“. Leidenschaft / Schon als Buben sind Stefan Antal aus St. Valentin „die Augen übergegangen“, wenn ein Freund des Vaters mit dem Amischlitten vorfuhr. Heute besitzt er selbst 18 US-Cars.

Erstellt am 01. September 2013 (17:16)
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Von Tina Wessig

Er führt das, was man landläufig ein „bewegtes Leben“ nennt. Hat alles gehabt, alles riskiert, alles verloren. Und ist immer wieder aufgestanden: „Ich bin ein doppelter Skorpion. Meine Schwester sagt, das sind richtige Stehaufmanderln.“

Aber der Reihe nach: Als Sohn eines Gastronomen kam der heute 53-jährige Stefan Antal in St. Valentin auf die Welt. Schon mit acht Jahren sei er fasziniert gewesen, wenn der Freund des Vaters mit dem wuchtigen Amischlitten ankam: „Das muss die Initialzündung gewesen sein.“ Die Erfüllung seines Bubentraums rückte aber erst durch die Hochzeit mit Gattin Daniela in greifbare Nähe: Für die Fahrt zur Trauung war eine Limo angesagt. „Aber die, die es zu mieten gab, waren alle abgenutzt.“ Sagt er. „Und der Wagen, den sich Stefan als ersten gekauft hat – den Cadillac 1959 –, hätte nicht zum Rahmen gepasst“, sagt sie. Man bemühte also das Internet und wurde fündig: Nicht irgendwo, sondern im Fuhrpark des Hotels „Mirage“ in Las Vegas: „So haben wir die Jungfernfahrt mit unserer Lincoln-Limo selber gemacht und dann offiziell die Firma dazu gegründet.“

Online-Suche nach weiteren "Gusto-Stückerln"

Dann kam eine Hummer-Stretchlimo dazu, ein Cadillac 1953 Convertible aus der Sammlung eines Onkologen aus Oklahoma. Dann ein Cadillac 1958 Sedan De Ville – und das sind noch lange nicht alle. „In der Nacht komm’ ich auf Ideen“, gesteht Antal. Dann sitzt er bis zwei Uhr morgens vor dem Internet, bevorzugt durchforstet er ebay-Seiten auf der Suche nach Gustostückerln, die man nun sogar mieten kann. Denn Antal wäre nicht Antal, hätte er aus seiner Leidenschaft nicht auch ein Geschäft gemacht, das „Traumlimos“ heißt. Zwei seiner Autos, berichtet er, hätten sehr prominente Vorbesitzer gehabt, aber die Geschichte erzählt er nur Auserwählten. Jetzt sei er infiziert vom US-Car-Virus, „man will immer wieder etwas Neues haben“, lacht er. Was genau? Einen Pontiac Bonneville Baujahr 58“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, „und zwar einen Convertible, ein Cabrio!“ Zwei-, dreimal am Tag geht er seine Lieblinge besuchen in der neuen, großen Halle. Dort haben auch Interessierte am 6. September ab 16 Uhr Zutritt: Bei freiem Eintritt weiht Antal sein kleines Museum ein. Und vielleicht gibt es dann doch ein Geheimnis über die Geschichte der Amischlitten zu erfahren …