Erstellt am 21. November 2011, 00:00

Exzellente Leistungen. NÖ KULTURPREISE 2011 / Die acht Würdigungspreisträger auf einen Blick. Am Freitag werden sie in einem Festakt im Festspielhaus St. Pölten vom Landeshauptmann ausgezeichnet werden.

 |  NOEN
x  |  NOEN

BILDENDE KUNST Gunter Damisch. Bis heute ist die Zeichnung sein Schwerpunkt, aus dem heraus sich eine ihm wichtige Wechselwirkung ergibt und sich Sujets und Motive in der Folge in die Leinwand und Skulptur ausweiten.

Sein OEuvre umfasst ein vielgestaltiges, autonomes, künstlerisches Werk, das in einer charakteristischen Weise dem Figurativen verbunden ist und doch stets die Grenze zur Abstraktion überschreitet. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Naturwelten, der Urgeschichte der Erde sowie der Formenwelt des Mikro- und Makrokosmos’. LACKINGER

DARSTELLENDE KUNST Isabella Suppanz. Ihr wurde 2005 das Landestheater St. Pölten übertragen. Es gelang ihr bereits in der ersten Spielzeit, ein hervorragendes Ensemble, unterstützt von bekannten Gast-Schauspielern, zu einer Gesamtheit zusammenzuführen.

Dabei wiesen die Eigenproduktionen eine ebenso hohe Qualität auf wie die Gastspiele – etwa aus Berlin und Wien. Ihre Arbeit war künstlerisch ein großer Erfolg, die Neustrukturierung mit den Schwerpunkten Schauspiel, Kindertheater, Gastspielen und Lesungen wurde vom Publikum interessiert angenommen.

ERWACHSENENBILDUNG Hans Ströbitzer. Ihm wurde die „Verniederösterreicherung“ zum Lebenswerk.

Er, dem die Katholische Jugend Weg in die Erwachsenenbildung (und wohl auch in die Publizistik) war, erwies sich als österreichweit geachteter Journalist, weniger als Edelfeder, denn als Pater et Magister, als leiser, geduldiger, wenn auch nie strategiefreier Netzwerker öffentlicher Meinung auf Basis tiefer persönlicher Überzeugung.

Von 1964 bis 1995 war er Chefredakteur der NÖN, die er als Spiritus Rector mit Freunden zur Landeszeitung pushte.

LITERATUR Herbert J. Wimmer. Seine Romane unterscheiden sich von herkömmlichen. Er setzt keine traditionellen Erzählhaltungen und literarische Muster ein. Seine Geschichten unterliegen keiner geradlinigen Struktur, keinem narrativem Fluss.

Die Unterbrechung, der Cut, gehören zu seiner Dramaturgie. Eher spielt er mit literarischen Mustern. Sprach- und Wortspiel, Sprachwitz sind Bausteine seines Schreibens. Montagetechnik löst bei ihm narratives Schreiben ab. Unbewusstes wird bei ihm transparent, Sicheres schwankt, Identitäten werden verunsichert.

MEDIENKUNST Robert F. Hammerstiel. Seit den Achtziger-Jahren bewegt er sich im Universum massengefertigter Waren und umkreist damit die langläufigen Vorstellungen vom trauten Heim. Von der Natur abgeschaut, aber weit praktischer und benutzerfreundlicher, werden diese Attrappen nach allen Richtlinien der Fotografie regelrecht porträtiert, mit dem Wissen, dass sie lange, bevor sie fotografisch abgebildet werden, eigentlich schon Abbilder sind.

In seinen fotografischen Arbeiten wird die Doppeldeutigkeit zum Kern der Aussage.

MUSIK Bernd Richard Deutsch. Komponieren ist für ihn lebensnotwendig, es wird im „Kontinuum“ zum Lebensinhalt. Sein Werk ist geprägt von Individualismus, einer diffizilen, persönlichen musikalischen Sprache, die in Qualität und Diversität höchsten Kriterien standhält.

Die Werkliste reicht von Soli über Kammermusik bis zu Orchesterwerken, Multimedia- und Musiktheater. Sein Werk, das in Zusammenarbeit mit international renommierten Künstlern, qualitätsvolle (Ur-)Aufführungen erlebt, entspringt der Tradi tion, gelangt aber zu neuen Ufern.

VOLKSKULTUR Leopold Schabauer. Er war 1982 Gründer des Vereins I.N.K., der mit Veranstaltungen aus allen Genres an die Öffentlichkeit trat, sich dabei aber besonders um spartenübergreifende Ansätze bemühte.

I.N.K. beschäftigte sich nach ernüchternden Erlebnissen bei Fördergebern mit der Situation der Kulturinitiativen und erstellte dazu eine Studie, die kulturpolitisch wirksam wurde. Bis heute bestreitet I.N.K. bis zu zwanzig Veranstaltungen jährlich, aus den Bereichen Puppentheater, Musik, Literatur, bildende Kunst und Diskussionen.

SONDERPREIS ARCHÄOLOGIE Manfred Kandler. Besondere Verdienste erwarb er sich durch die Untersuchung eines der bedeutendsten Limesorte in Niederösterreich, seit 1968 widmete er sich besonders der Erforschung Carnuntums.

Zu den wichtigsten Ergebnissen dieses Forschungsaspekts zählen die Entdeckung des Forums der Zivilstadt sowie die Feststellung eines Erdbebens in Carnuntum. Manfred Kandler zählt zu den anerkanntesten Archäologen Österreichs und besten Kennern der römischen Vergangenheit Carnuntums.