Feinherbe Delikatesse. Artischocken / Angebaut werden sie wegen ihrer Blütenstände & ihrer delikaten Böden. Und das auch in NÖ: Die Ernte läuft auf Hochtouren.

Erstellt am 05. August 2013 (13:00)
Von Carina Pürer

Nicht nur in klassischen Sonnenländern wie Spanien, Frankreich oder Italien werden Artischocken kultiviert. Auch in Österreich – genauer gesagt im Marchfeld – erntet etwa die Betriebsgemeinschaft Theuringer seit zehn Jahren erfolgreich Artischocken.

Aus Hobby wurde ein Geschäft

Die Initiative dazu kam von Tochter Stephanie: Aus ihrem Hobby, im Garten mit seltenen, vergessenen oder hierzulande weniger bekannten Gemüsearten zu experimentieren, entstand ein florierendes Geschäft.

„Ich habe Artischocken immer gerne gegessen, aber nirgendwo welche mit guter Qualität gefunden. Ich hab’s einfach probiert, und überraschenderweise hat die Ernte gleich im ersten Jahr richtig gut geklappt“, war der Ehrgeiz der Landwirtin geweckt.

Die Artischocken haben bei Freunden, Familie und „befreundeten“ Lokalen schnell Anklang gefunden und wurden alsbald aus dem Garten auf die Felder verlegt. Die Anbaufläche wurde schließlich jedes Jahr ein bisschen vergrößert – heute bewirtschaftet Stephanie Theuringer fast fünf Hektar mit 17.000 Pflanzen und liefert frisch an Gastronomen.

Vom Edelgemüse zur leistbaren Delikatesse

Vom teuren Edelgemüse des Adels im 18. Jahrhundert hat sich die Artischocke zur feinen, aber leistbaren Delikatesse entwickelt. Und sie besteht aus mehr als nur den Böden, die man als Pizzabeleg kennt. Die frischen Knospenköpfchen sowie die Artischockenherzen mit ihrem feinherben bis zartbitteren Geschmack gelten als internationale Delikatesse – und sind dank Familie Theuringer auch in Niederösterreich leicht erhältlich.
 



Alle Fakten:

  • Zur Pflanze: Die Artischocke ist eine distelartige Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler, die sowohl kulinarisch als auch als Heilmittel geschätzt wird.
  • Zur Verwendung: Feinschmecker lieben die Artischockenherzen, die -böden und die Blütenblätter. Zu beachten ist, dass man sie nicht roh, sondern nur gekocht oder gedünstet verzehren kann.
  • Zur Heilkraft: Schon die alten Ägypter und Römer liebten die Artischocke ob ihrer appetitanregenden, verdauungsfördernden Wirkung. In der Renaissance wurde sie als Aphrodisiakum geschätzt.Durch ihre Vitamine, Ballaststoffe, Minerale und Spurenelemente hilft sie bei der gesunden Ernährung. Die enthaltenen Bitterstoffe helfen, Leber und Galle zu entgiften und sollen zur Senkung von Cholesterin- und Blutfettwerten beitragen. Zur Arzneigewinnung werden mittlerweile sogar spezielle Kulturen angelegt, deren Blätter geerntet werden, wenn der Wirkstoffgehalt am höchsten ist.