Ein "besonderer Abend" für einen "besonderen Künstler". Zum 75. Geburtstag hat Niederösterreichs Archiv der Zeitgenossen gestern, Dienstag, einen Abend für "Kottan"-Regisseur, Maler und Langzeit-Klosterneuburger Peter Patzak ausgerichtet - mit Geständnissen, Geschenken, Anekdoten und den nächsten "Kisten" aus seinem ganz persönlichen Archiv.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. September 2020 (15:59)
Sprach mit Jubilar Peter Patzak (75) im Kremser Kino im Kesselhaus über Frühwerke, Filmgeschichten und besondere Begegnungen mit besonderen Menschen: Filmhistorikerin Karin Moser. Foto: Florian Schulte
Florian Schulte

"Er ist eine ganz besondere Persönlichkeit, die ich schon lange verehre!" Gestand Niederösterreichs Landeshauptfrau. Und hatte zum Geburtstagsabend, zu dem Niederösterreichs Archiv der Zeitgenossen gemeinsam mit dem Kremser Kino im Kesselhaus geladen hatte, nicht nur Blumen (in Wort und Strauß), sondern auch Geschenke mitgebracht. 

Eines davon liege bereits "an der Kasse, bestückt mit einer guten Flasche Wein", so Johanna Mikl-Leitner. Und meinte den lebenslangen, kostenlosen Eintritt ins Museum Gugging, den die Klosterneuburgerin dem Wiener, der "vor vielen Jahrzehnten in Klosterneuburg seine Heimat gefunden hatte", zum 75er schenkte. Patzak sei trotz internationaler Projekte, internationaler Auszeichnungen und internationalem  Renommee  "Niederösterreich treu geblieben". Und habe nicht zuletzt 2018 auch seinen Vorlass dem Archiv der Zeitgenossen am Campus Krems überlassen. Die jüngsten Kisten davon habe man erst "vor zwei Wochen", so Archiv-Leiterin Christine Rigler, abgeholt, die für Mai geplante Tagung auf 2021 verschoben und den zugehörigen Sammelband noch davor angekündigt.

Im Kremser Kino im Kesselhaus zeigte man inzwischen den allerersten Kurzfilm von Peter Patzak, "His Bag", aus 1968 und den zweiten "Kottan", damals noch mit Peter Vogel als Inspektor, aus 1977. Und ließ den Filmemacher, der gerade erst seine jüngste Ausstellung als Maler im Wiener Kunstforum der Bank Austria eröffnet hatte, erzählen - von Wien und New York, von Banküberfällen und Frühstücksbegegnungen, von Kameramännern und Schriftstellern, von Kleinbürgern und Gerechtigkeitsfanatikern. Klatschten Beifall: Kulturabteilungsleiter Hermann Dikowitsch, Vizebürgermeister Erwin Krammer, Schauspieler Gerhard Dorfer oder Donau-Uni-Dekan Christian Hanus.