Peter Ruzicka: "Es herrscht ein besonderer Geist hier". Peter Ruzicka, Dirigent, Komponist und Grafeneggs Artist in Residence 2019, sprach mit Michaela Fleck über Zugaben, Aufgaben und Rasereien.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 20. August 2019 (01:45)
Anne Kirchbach
Peter Ruzicka,Dirigent, Komponist und Grafeneggs Artist in Residence 2019, sprach mit Michaela Fleck über Zugaben, Aufgaben und Rasereien.

NÖN: Gerade hat das jüngste Festival im Grafenegger Schlosspark seine Pforten geöffnet. Und das noch vor Vivaldi und Strawinsky mit einer Fanfare von Ihnen. Wie klingt denn die?

Peter Ruzicka: Die dauert nur eine Minute. Also können wir auch nicht länger darüber reden! Von der Fanfare war ich überrascht, sie ist ja eigentlich eine Zugabe zu meinem großen Auftragswerk für Orchester …

Die Fanfare gibt’s im Wolkenturm schon seit einigen Jahren, den Composer in Residence auch. War das auch ein Grund dafür, dass Sie „mit Begeisterung zugesagt haben“? War es der Intendant? Oder war es der Ort?

Alles zusammen. Es ist ja kein Festival wie jedes andere. Und einen Kurs mit sechs jungen Komponisten, denen man auch helfen kann, das gibt’s sonst nirgends auf der Welt. Das war sehr verlockend!

Sie komponieren ja nicht (nur) vor Ort. Sondern waren schon letzten November„auf Seite 17“, wie Sie erzählt haben. Wie viele Seiten sind es nun geworden? Und worum geht es in Ihrem großen Orchesterwerk, das am 31. August in Grafenegg Uraufführung feiert?

37. Es ist eine Raserei im Orchester. Und es soll die Musiker auch an ihre Grenzen bringen. Es gibt etwa eine extrem schwere Paukenstimme … Aber die ungelösten Probleme sind ja die spannenden!

Dirigiert haben Sie schon sämtliche großen Orchester von Leipzig bis Tokio und von Wien bis Amsterdam. Ihre Opern wurden in Dresden, Berlin oder Hamburg uraufgeführt. In Österreich sind Sie aber vor allem als Intendant der Salzburger Festspiele bekannt. Was haben die, was andere nicht haben? Was hat Grafenegg? Und was braucht es?

In Salzburg hab’ ich mich als Komponist ganz ausgeklinkt. In Grafenegg ist erst mal der Wolkenturm architektonisch etwas Besonderes. Er klingt auch gut. Diese Verbindung von Musik und Natur ist so, wie man’s ganz selten findet. Und es herrscht ein besonderer Geist hier …

Was kommt als Nächstes? Eine neue Oper? Eine neue Intendanz? Ein neuer Ehrendoktor?

Keine neue Intendanz – aber das hab’ ich schon öfter gesagt! Es gibt eine ganze Reihe von Kompositionsaufträgen, die müssen jetzt geschrieben werden. Und dann wird das Handy nur mehr fünf Mal am Tag klingeln und nicht mehr 40 Mal …