Liebe, Tod & Tanz zum Schluss. Am Saisonende tanzen in St. Pölten „Roméo et Juliette“ – mit ganz jungen und ganz heimischen Gästen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 01. Juni 2015 (10:26)
NOEN, Foto: Ballani
Große Gefühle, blutjunge Tänzer: 15 und 19 Jahre sind Louna Delbouys-Roy und Rafael Sauzet aus Josette Baïz' Groupe Grenade, die am 6. Juni im Festspielhaus St. Pölten Julia und Romeo tanzen.
Mehr Eigenproduktionen (58 im Vergleich zu 55 in der Saison 2013/2014), mehr Besucher (30.324 zu 30.209*), aber weniger Auslastung (81,5 zu 90,5 Prozent) – so sieht die vorläufige Bilanz der diese Woche zu Ende gehenden Saison 2014/2015 im St. Pöltner Festspielhaus aus.

Und: Mehr als doppelt so viele Workshops, nämlich 132. 14 davon gehören zu der ganz besonderen Österreich-Premiere, die Brigitte Fürle ans Ende ihrer zweiten Saison in St. Pölten gestellt hat. Shakespeare steht da am Programm, vertont von Prokofieff, gespielt vom Tonkünstlerorchester und getanzt von denen, die im selben Alter sind wie die Hauptfiguren im weltbekannten Original: Teenagern.

Engel aus Niederösterreich

19 ist der Romeo, den Star-Choreografin und Compagnie-Gründerin Josette Baiz in den Kampf um Liebe und Leben schickt, 15 ist die Julia. Die Capulets und die Montagues sind zwischen 7 und 18 und gehören alle zur 50-köpfigen Groupe Grenade, die Baiz 1992 in Aix en Provence gegründet hatte. Und die 30 Engel, die Julia in ihrer Sterbeszene umschweben, die sind gar nur fünf bis zwölf Jahre jung. Und kommen alle aus Niederösterreich (und Wien).

Seit Februar haben Diana Costa und Karin Steinbrugger, die schon 2013 bei „alles bewegt“ mit Josette Baiz zusammengearbeitet hat, dafür mit den Kindern geprobt. Mit genauen Anweisungen aus Frankreich, aber auch mit „sehr viel Kreativität rundherum“, so Karin Steinbrugger. Flügel hätten ihre „Engel“ keine bekommen, Schwerter auch nicht, dafür weiße Blumen. Und einen großen Auftritt – wenn auch erst am Schluss.

Zu sehen (und zu hören) ist all das am 6. Juni um 19.30 Uhr im Großen Saal, für Familien gibt’s davor eine Einführung im Kleinen Saal.  www.festspielhaus.at

 *Gezählt bis 31. März 2015