Grafenegg

Erstellt am 31. Januar 2018, 21:47

von APA Red

Sieglauf für "Die beste aller Welten". Unter dem Motto „Into the future“ wurde am Mittwochabend zum achten Mal der Österreichische Filmpreis verliehen. Der Preis wurde in 16 Kategorien vergeben, neben den Nominierten war auch eine Vielzahl weiterer bekannter Schauspieler, Regisseure und Produzenten ins voll besetzte Auditorium nach Grafenegg gekommen.

Triumph für Adrian Goigingers "Die beste aller Welten" beim 8. Österreichischen Filmpreis: Die Autobiografie konnte fünf ihrer neun Nominierungen in Auszeichnungen ummünzen

Der Film gewann unter anderem in den Königskategorien Bester Film, Regie und Hauptdarstellerin (Verena Altenberger).  Auch Nebendarsteller Lukas Miko sowie Goiginger als Drehbuchautor von "Die beste aller Welten" waren siegreich.

Der deutsche Schauspielstar Lars Eidinger konnte als bester Darsteller das Auditorium Grafenegg für seine Rolle in "Die Blumen von gestern" verlassen.

Frauendrama "Licht" bekam fünf Auszeichnungen

Das mit dem Allzeithoch von 14 Nominierungen ins Rennen gegangene barocke Frauendrama "Licht" von Barbara Albert kam indes ebenfalls auf fünf Auszeichnungen, allerdings in den "technischen" Kategorien Kamera, Maske, Szenenbild und Kostüm. Einzig Maresi Riegner konnte sich in der Sparte der besten Nebendarstellerinnen durchsetzen.

Auf vier Filmpreise kam das letzte Projekt des verstorbenen Michael Glawogger, "Untitled", das von Monika Willi fertiggestellt wurde - darunter auch den als bester Dokumentarfilm. Clara Stern indes holte sich mit "Mathias" den Sieg in der Kurzfilmsparte.

Appell gegen Hetze

Zuvor hatten die heimischen Filmschaffenden einen Appell gegen "jegliche Hetze" und für ein "Mehr an Solidarität" veröffentlicht. FPÖ und Boulevardmedien würden das "Gift der Spaltung" verbreiten, hieß es in dem von zahlreichen prominenten Regisseuren und Schauspielern mitunterzeichneten Schreiben. "Leisten wir Widerstand", so der mit dem Hashtag "#klappeauf" versehene Aufruf.

Gestartet wurde er anlässlich des Filmpreises, denn man mache sich "große Sorge über den Zustand unseres Landes", der "gemeinsames Handeln" erfordere.

"Seit vielen Jahren wird von Seiten der FPÖ, aber mittlerweile auch von Politikerinnen und Politikern anderer Parteien, unter Mitwirkung der Boulevardmedien Gift  in unsere Gesellschaft gespritzt", so die Diagnose.

"Intoleranz jeder Art" werde so sprachlich "gesellschaftsfähig", der "Nährboden für Gewalt" bereitet. Der "Koalitionspartner ÖVP toleriert diese Sprache und nutzt sie für seine politischen Zwecke", wird kritisiert. Die "rote Linie" diskriminierender Angriffe werde jeden Tag überschritten.

Die Filmschaffenden haben bisher nur "Lippenbekenntnisse" aus der Regierungsecke gehört. Von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und allen ÖVP-Regierungsmitgliedern wird gefordert, "die Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern deutschnationaler Burschenschaften und anderer rechtsextremer Organisationen sofort zu beenden".