La Gacilly 2022: Wölfe, Wildnis und Marilyn

Erstellt am 01. Juli 2022 | 05:37
Lesezeit: 3 Min
Europas größtes Fotofestival zeigt heuer viel Wildes und viel Heimisches in Baden.
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Von ihm gibt’s kein Foto. „Das soll auch nicht sein“, meint Lois Lammerhuber. Stattdessen hat der Fotograf und Verleger diesen Sommer rund 1.500 Fotos von Grönland bis Kenia, von Tibet bis Marokko und von Hollywood bis Dürrenstein nach Baden gebracht. Und in 30 Ausstellungen in den Straßen, Passagen, Höfen und Parks der Stadt zusammengefasst.

Da tummeln sich einsame Elefanten, Giraffen und Nashörner („erstmals“) im Gutenbrunner Park, da flattern Grünfinken und Wiedehopfe links und rechts der Orangerie des Doblhoffparks, während auf der Eulenwiese und rund um den Seerosenteich Schnee liegt. Da turnen Oktopusse und Affen am Heiligenkreuzerhof, knurren Wolfshunde vor dem Kurzentrum und streckt sich ein Eisbär am Mühlbach.

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Weiblich: Inge Moraths Marilyn-Porträt aus dem Film „Misfits“.
Foto: Inge Morath / Magnum

„Schwimmende Ausstellung“ gibt’s heuer, im fünften Jahr, in dem Europas größtes Fotofestival La Gacilly in Baden Station macht, keine („nächstes Jahr wieder“). Dafür hat man erstmals einen Fotoauftrag vergeben, und zwar an den jungen Badener Fotografen Gregor Schörg. Der war im vergangenen Winter (Frühling und Sommer sind dann 2023 zu sehen) in Niederösterreichs Wildnisgebiet Dürrenstein unterwegs. Und hat mit seiner Drohne wilde, weiße Landschaften fotografiert, die jetzt über Salbeibeeten im Kurpark hängen.

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Weiß: Ragnar Axelssons Wolfshund vor der Römertherme.
Foto: Ragnar Axelsson

Österreichisches gibt’s aber auch noch woanders zu sehen. In der Rathausgasse etwa, wo nostalgische „Ansichtspostkarten“ aus St. Pölten, Gars und natürlich Baden die Fassaden zieren. In der Sparkassen-Passage, wo man mit einer wunderbaren Hommage zwischen Marilyn und Yul Brunner an die „Ahnfrau“ in Sachen Fotografie, Inge Morath, erinnert.

„Das hat was“, schwärmt Lois Lammerhuber. Und hat für seinen Fotografinnen-Schwerpunkt noch Christine de Grancy (mit David Bowie in Gugging) und die junge Neunkirchnerin Verena Prenner ausgesucht, deren zwölf Meter hohe Marge Simpson-Collage über dem Biedermeier-Rosengarten leuchtet.

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Rätselhaft: Erik Johanssons „Illusionen“ wie der Fisch, der eine Insel trägt, schwimmt bei Europas größtem Fotofestival mitten im Badener Doblhoffpark.
Foto: Erik Johansson

„2023“, so Lammerhuber, „gibt’s harte Kost: Afghanistan, Bangladesch – das wird sicher das wichtigste Jahr!“

Bis 16. Oktober, festival-lagacilly-baden.photo