Frauen und Gefühle. Kunsthalle Krems / Das Jahresprogramm 2013 mit einer Retrospektive der Werke Yoko Onos soll den Anspruch auf die Führungsrolle in der heimischen Museumslandschaft unterstreichen.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (18:49)
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Von Thomas Jorda

Wer sich keine Ziele setzt, wird im Leben nichts erreichen.

Hans-Peter Wipplinger, Direktor der Kunsthalle Krems, weiß, was er will; Albertina & Co. sollen sich warm anziehen: „Die Programmierung unserer Ausstellungen ist ein Aufeinandertreffen ästhetischer Haltungen und Ideen. Dabei beanspruchen wir die Führungsrolle in der heimischen Museumslandschaft!“

Fünfzehn Ausstellungen werden Kunsthalle, Factory, Forum Frohner und Kunstraum Stein im kommenden Jahr zeigen.

Während in der Factory mit Tillman Kaiser, Olivia Milhaltianu und Florian Schmid drei ganz junge Künstler ausstellen und im Kunstraum Stein mit Arbeiten des Deutschen Raffael Rheinsberg „Die Seele der Dinge“ gezeigt wird, präsentiert das Forum Frohner unter der Leitung von Dieter Ronte die Psycholandschaften des Meisters und das „Essen in der Kunst“.

Die Ausstellungen im Haupthaus werden durch die Klammer „große Gefühle und starke Frauen“ verbunden. Am Anfang stehen eben die „Großen Gefühle“ (10. März bis 30. Juni). Fünfzig zeitgenössische Arbeiten und fünfzig Werke des Kunsthistorischen Museums aus fast allen Epochen beschäftigen sich mit Liebe, Zorn oder Trauer „in Gesten, Gebärden und Mimik“, sagt Wipplinger, „das ist sehr aktuell, denn wir erleben eine Renaissance der Gefühle“.

Dann folgt die erste Retrospektive der Kärntner Künstlerin Kiki Kogelnik in Österreich seit dem Jahr 1998 (14. Juli bis 6. Oktober). Dazu wieder Wipplinger: „Wir werden Werke zeigen, die noch nie in Österreich zu sehen waren und damit ein ganz neues Bild der Künstlerin entwerfen.“ Parallel dazu sind die meist erotischen (Akt-)Fotos des früheren Fotomodells Elfie Semotan zu sehen. Die Grande Dame der österreichischen Fotografie war u. a. Urheberin der legendären Palmers-Werbung.

Schließlich zeigt die Kunsthalle die erste Retrospektive Yoko Onos in Österreich („Half-A-Wind-Show“, 20. Oktober bis 23. Februar 2014). Über hundert Werke der Fluxus-Mitbegründerin und Performancekünstlerin werden eindrucksvoll zeigen, dass Ono für ihre Position in der Kunst die Ehe mit John Lennon nicht gebraucht hat.