Buntes Finale der Dauer-Party.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 18. August 2017 (12:13)

Mit einer bunten Mischung aus Electronic, Hip-Hop, Indierock, Folk-Rock und Hardcore ging das neunte Frequency an der Traisen am Donnerstag zu Ende. Für mehr als nur witzige Auflockerung sorgte die LOL-Stage, auf der Thommy Ten und Amélie Van Tass wieder einmal ein Heimspiel gaben und Die Tagespresse sowie Maschek eine originelle Abwechslung zur musikalischen Dauerbeschallung bescherten.

Knallharter Deutschrock mit politischer Botschaft

Die ersten musikalischen Glanzlichter des Tages bescherten den nach zwei Tagen Dauerparty gar nicht müden Festival-Gästen das deutsche Rapper-Urgestein Sammy Deluxe und die Indie-Rock-Gruppe Band of Horses auf der Spacestage, ehe es bei Jennifer Rostock auf der Greenstage erstmals an diesem Tag richtig zur Sache ging: Knallharter Deutschrock mit politischer Botschaft („Nazis raus!“) und dem frechen Emanzipations-Song „Hengstin“ versöhnten die Fans, die im Vorjahr vergeblich auf die Berliner gewartet hatten – damals musste die Truppe ihren Frequency-Auftritt absagen, weil Frontfrau Jennifer Weist kurzfristig erkrankte.

Gewöhnungsbedürftig dann der Auftritt des heuer mit dem Grammy ausgezeichneten australischen Electonic-Crossover-Shootingstars Flume auf der Spacestage, während zugleich auf der Greenstage die deutsche Band Kraftklub recht gefällig Sprechgesang mit Rock, Indiepop und Rap verband.

Als es dann kühler an der Traisen wurde, wurde es für die Festivalbesucher noch einmal schwer, sich zwischen den Stages zu entscheiden: Mumford & Sons begeisterten nach dem kraftvollen Opener „Snake Eyes“ mit radiotauglichem und schnörkellosen Bluesrock  und - im Unterschied zu Flume, der hier zuvor aufgetreten war – echten Instrumenten.

Nicht fehlen durften dabei im Gepäck der Londoner die Mega-Hits „I Will Wait“ und „Little Lion Man“. Auf der Greenstage gaben sich derweil Wanda die Ehre, die mit ihrer „Popmusik mit Amore“ die bekannten festivaltauglichen Qualitäten demonstrierten – und darauf vertrauen konnten, dass jeder vor der Bühne bei ihren Hits wie „Bussi Baby“, „Meine beiden Schwestern“ und „Bologna“ jede Zeile mitsingen konnte.

Das konnten die Fans der US-Punk/Hardcore-Band Rise Against danach auch – oder besser gesagt: mitschreien. Schreien gegen Donald Trump, gegen die Umweltzerstörung, gegen Diskriminierung, gegen Hass mit Titeln wie „Collapse“, „Welcome to the Breakdown“ oder „Savior“. Für Gänsehautfeeling sorgte Frontman Tim McIllrath, als er die Akustikgitarre auspackte – mit dem grenzgenialen „Hero of War“ und einer Coverversion des Guns’n-Roses-Klassikers „Civil War“.  

Ganz ohne Weltverbesserungsanspruch läutete derweil auf der Spacestage der Top-Act des Frequency das Festival-Finale ein: Wiz Khalifa betrat erstmals in Österreich die Bühne und rappte zu fetten Sounds, was das Zeug hielt – hatte dafür sogar eine Live-Band antanzen lassen. Tanzend ging es dann nach dem Welthit „See You Again“ – der, bis er von „Despacito“ abgelöst wurde, mit mehr als drei Milliarden Klicks meistgesehene Song auf Youtube – für die Festivalgäste in die Nacht.