Filmpreis: Ein Fest für alle und ein "Rotzbub" zum Abräumen

Erstellt am 01. Juli 2022 | 06:49
Lesezeit: 3 Min
Mit ernsten Themen, bunter Party und einem niederösterreichischen Publikumshit, nämlich Manfred Deix' "Rotzbub" als publikumsstärkstem Film des Jahres, feierte Österreichs Filmakademie am Donnerstag im Grafenegger Auditorium Österreichs 12. Filmpreise.
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So heiß wie im Vorjahr war's nicht. Aber fast. Schließlich feierte Österreichs Filmakademie ihren Filmpreis auch heuer wieder im Sommer. Und hatte, nach dem hitzigen Wiener Globe, 2022 ins gekühlte Grafenegger Auditorium geladen. Und auch wenn Gastgeberin und "Sponsorin", Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, gleich mal zur Party aufrief ("Das ist ein einzigartiger Ort, um zu feiern"), gab es dort - zwischen blauen Stufen, roten Teppichen, DJane und Klubmusik - auch ernste Töne.

Von der Ukraine über sexuelle Übergriffe ("lasst uns das Schweigen brechen", so auch die frisch gekürte Filmpreisträgerin Luna Jordan) bis zu Fairness und Finanzierung ("es braucht neue finanzielle Modelle und ein klares und lautes Zeichen für das Filmland Österreich", so Johanna Mikl-Leitner).

Preise gab's auch, und zwar 17. Einer davon, der für den publikumsstärksten Film, ging an Manfred Deix' "Rotzbub" (mit rund 95.000 Besucherinnen und Besuchern). Acht davon - darunter der für den besten Spielfilm und der für die beste männliche Hauptrolle für Georg Friedrich - gingen an Sebastian Meises Homosexuellen-Drama "Große Freiheit".

Vier davon - für Musik, Ton ("gute Filme macht man mit guten Freunden", so Preisträger Atanas Tcholakov), beste weibliche Hauptrolle (Maria Hofstätter, die gerade probte) und beste weibliche Nebenrolle (Luna Jordan) - gingen an Arman T. Riahis hauptsächlich im ehemaligen Bezirksgericht Stockerau gedrehtes Jugendstrafanstalts-Drama "Fuchs im Bau". Einen, den für das beste Szenenbild, gab es für Stefan Ruzowitzkys Antikriegsthriller "Hinterland". Und noch einen, den für das beste Kostümbild, gab es für die in Mödling aufgewachsene Tanja Hausner für "Schachnovelle" ("es war ein ganz tolles Projekt mit ganz tollen Figuren").

Feierten mit: Filmakademie-Obfrau Mercedes Echerer, Bühnen-Star Philipp Hochmair (der am 28. und 29. Juli mit Schiller und Hofmannsthal wieder den Grafenegger Wolkenturm rockt), Ex-Filmakademie-Präsident und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, die langjährige Filmakademie-Geschäftsführerin Marlene Ropac, NOEKU-Geschäftsführer Paul Gessl oder Gala-Regisseurin und Filmemacherin Clara Stern, die für einen Neuanfang plädierte ("wir müssen jetzt etwas ändern") und für die Gemeinsamkeit ("da sind viele Ichs in einem Filmteam, denen zugehört werden muss").