Frauen, Puppen & Picasso zum Jubiläum. Zum 25. Geburtstag zeigt die Galerie in Gugging Neues – und Altes.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. Dezember 2019 (01:39)
Eine von 26: Aus 2011 stammt Arnold „Andi“ Schmidts dicke, schwarz-rot-bunte Figur. Und ist damit Nummer 18 in der Jubiläumsschau, die die Gugginger Galerie gerade eröffnet hat.
Privatstiftung – Künstler aus Gugging

„Das ist ja unser Picasso.“ Lacht Gerti Hacker. Und zeigt auf die goldgerahmte Zeichnung, die da gleich gegenüber der Eingangstür auf einer festlich-violetten Wand hängt.

„25 Jahre“ steht stolz darüber. „Fritz Koller“ schlicht darunter. Die 25 Jahre gehören der Gugginger Galerie, die heuer Geburtstag feiert. Und Fritz Koller gehört zur goldgerahmten Zeichnung, mit der die zugehörige Geburtstagsschau beginnt – im Jahr 1994.

Da stand das Gugginger Haus der Künstler schon 13 Jahre, während das Gugginger Museum erst zwölf Jahre später eröffnet werden sollte. Und Fritz Koller, „unser Picasso“, zeichnete da mit Bleistift seine „Frau“ – mit langen Wimpern, riesigen Ohren und gestreiftem Kleid.

Chronologisch hat Galerie-Leiterin Nina Katschnig ihre Geburtstagsschau gehängt. Mit 26 Künstlern aus 25 Jahren. Und mit einer schmalen, goldenen Fußleiste entlang der Galeriemauern, von Jahr zu Jahr und von Künstler zu Künstler.

„Das sind noch immer nicht alle, die wir vertreten.“ Galerie-Gugging-Leiterin Nina Katschnig über die insgesamt 48 Künstler in der Jubiläumsschau

Die führt von Fritz Koller und 1994 zu Michel Nedjars ein bisschen unheimlicher „Poupée“ aus 1996, die von der Decke baumelt, zu Franz Kamlanders freundlicher „Giraffe“ aus 1998, zu Franz Kernbeis knall orangem „Schweinderl“ aus 2002 oder zu Johann Korec blutrotem Pärchen aus 2003.

Heinrich Reisenbauers hellgrüne „Kastanien“ aus 2005 hängen da neben Leonhard Finks wundersamer „Kleinstadt“ aus 2006 oder Basel Al-Bazzaz’ wunderbarem „Getier“ aus 2009. Laila Bachtiars meerblauer „Delphin“ aus 2014 schwimmt unter Helmut Hladischs urwaldhohen „Bäumen“ aus 2015, bevor Jürgen Tauschers „Hubschrauber“ aus 2017 abhebt und George Wideners „Calender Engine“ aus 2019 zu rattern anfängt.

Die 26 Werke gibt’s, wie alles in der Gugginger Galerie, auch zu kaufen, und zwar von satten 26.300 Euro (für einen Walla aus 1999) bis zu bescheidenen 860 Euro (für ein „Blatt“ von Christa Wiener aus 2018). Nur eines ist unverkäuflich: das Jubiläumsbild, das gleich acht Gugginger Künstler gemalt haben und das in die gemeinsame Stiftung kommen wird.

Zu sehen gibt es in der Geburtstagsgalerie aber noch mehr. Denn: „Die 26 waren mir viel zu wenig“, meint Nina Katschnig zur Geburtstagsauswahl. Und hat im Anschluss an die 26 Werke aus den 25 Jahren gleich die nächsten „Raritäten“ gehängt, die meisten älter als 1994. Johann Hausers „Rakete“ zum Beispiel oder Rudolf Limbergers „Max“, eine ganze „Nische“ nur für die gebürtige Wienerin Laila Bachtiar. Aber auch Michel Nedjars bedrohlich-rote Schlange rekelt sich da in einem schwarzen Körper. Und zum Schluss wartet noch eine ganze lila Wand mit 25 ganz seltenen, ganz kleinen Zeichnungen der wichtigsten Gugginger.

48 sind da also derzeit ausgestellt. Das seien aber längst nicht alle. Einer, der auch in der Jubiläumsschau hängt, hat seit kurzem noch eine ganz andere, viel größere Wand als Ausstellungsfläche: Heinrich Reisenbauer. Seine Sonnen strahlen jetzt auch im Hof, haushoch und fensterbreit. Nina Katschnig: „Ist das nicht schön?“

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