Geborgte Kunst. Artothek / Seit zehn Jahren kann man sich in Krems Gemälde und Zeichnungen von niederösterreichischen Künstlern ausleihen.

Erstellt am 16. September 2012 (18:08)
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Von Gerti Süss

„Es gibt gar nicht so viele Mu seen, wie wir tolle Bilder haben“, sagt Christiane Krejs über das Kunstdepot des Landes Niederösterreich. Und so entstand die Idee für eine Arthothek, die von der Kunsthistorikerin seit zehn Jahren in Krems an der Donau geleitet wird. Diese Einrichtung funktioniert nicht viel anders als jede Biblio- oder Videothek: Man kann sich die verschiedensten Werke ausleihen.

In diesem Fall handelt es sich um mehr als 1.500 Gemälde und Zeichnungen von Künstlern aus Niederösterreich oder mit Niederösterreich-Bezug. Die Sammlung umfasst Werke von jungen Kunstschaffenden genauso wie Bilder von Hermann Nitsch oder Elke Krystufek.

„Ziel der Artothek ist es, Kunst einer breiten Masse kostengünstig zugänglich zu machen“, erklärt Krejs. Und dieses Angebot wurde in den letzten zehn Jahren über 12.000 Mal angenommen. „70 Prozent der Kunden sind Private, 30 Prozent sind Unternehmen, die unsere Bilder zum Beispiel in Büros oder Empfangshallen aufhängen“, erklärt Krejs.

Für ein Gemälde zahlt eine Privatperson acht Euro pro Monat, für eine Grafik auf Papier zwei Euro. Unternehmen berappen das Doppelte, können die Gebühren aber von der Steuer absetzen. „Der Preis ist immer gleich, auch wenn manche Bilder immerhin bis zu 15.000 Euro wert sind“, so Krejs, und weiter: „Selbstverständlich sind alle Werke gut versichert. Die Leihgebühr ist eigentlich eine Versicherungsgebühr. “

Die Artothek versteht sich als „Institution zur Vermittlung von Kunst.“ Als solche habe sie schon viele Niederösterreicher auf den Geschmack gebracht: „Die meisten Leute starten mit abstrakten Bildern, danach beginnt oft die Experimentierfreude, und man merkt auch, wie das Interesse für Kunst steigt“, weiß die Expertin.

Ein wichtiges Ziel der Artothek sei es auch, den Leuten Unterschied zwischen Original und Kopie bewusst zu machen. Außerdem helfe die Artothek dabei, junge Künstler zu fördern. „Bei uns gibt es nur Werke von ausgebildeten Künstlern, keine Hobby-Kunst“, erklärt Krejs.

Welche Kunstwerke in das Depot des Landes Niederösterreich und somit in die Artothek aufgenommen werden, entscheidet eine sechsköpfige Expertenjury, die einmal im Jahr zusammenkommt.

www.artothek.at