Cinema Paradiso in St. Pölten: Sterne, Stars und ganz großes Kino

Aktualisiert am 07. November 2022 | 08:06
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20 ist NÖs erstes Programmkino, das Cinema Paradiso in St. Pölten, heuer. Und feiert vor allem mit „viel Programm“.
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Am Anfang? „Haben alle gesagt, ihr sperrt nach einem Jahr wieder zu!“ Erinnert sich einer der beiden Geschäftsführer. Am Anfang, das war 2002. Genauer: am 29. November 2002. Da öffnete Niederösterreichs erstes Programmkino zum ersten Mal seine Tore.

Wobei: Kino haben Alexander Syllaba und Clemens Kopetzky da schon acht Jahre lang in Niederösterreichs Landeshauptstadt gemacht. Erst open air am Dom (ab 1994), dann als Filmreihe im damaligen C2 am St. Pöltner Rathausplatz. Dort, schräg gegenüber von St. Pöltens Landestheater, hat man um- und ausgebaut – mit Geld von Land (als größtem Fördergeber), Stadt, Sponsoren und „einem beträchtlichen Teil an Eigenmitteln“.

Kino kann das Leben ändern!“ Alexander Syllaba und Clemens Kopetzky, Geschäftsführer Cinema Paradiso

Und 20 Jahre später? Hat man jede Menge Gründe zum Feiern. 70.000 Filmvorstellungen, 2.000 Veranstaltungen, 1.250.000 Tickets. Aber auch ein Café vor der Tür („das gehört dazu“), ein Open Air am Platz (seit 2004, „das war für uns ein vierter Saal“), ein dritter Saal nebenan (seit 2011) und ein zweites Cinema Paradiso in der Badener Beethovengasse (ab 2013).

In St. Pölten ist das Cinema „ein kleines Kulturzentrum“, das auch „nachhaltig die Innenstadt belebt“, ist Alexander Syllaba überzeugt. Und stolz ist der Programmkinomacher auch. Auf das „beste Kino Europas“ („European Cinema of the year“), zu dem St. Pöltens Cinema Paradiso 2006 gekürt wurde. Auf Stargäste wie Bill Evans („ein legendäres Konzert“) oder Klaus Maria Brandauer. Aber auch auf (Österreich-)Premieren wie die von Stefan Ruzowitzkys „Die Fälscher“ („der war vor den Oscars bei uns“).

Die Stars kommen auch in der Geburtstagssaison wieder. Gitarrist Al Di Meola („der war noch nie da“) etwa, der im Oktober durch Hawaii, Japan und Australien tourt und am 15. November in St. Pölten gastiert. Oder Schauspieler, Regisseur und Buchautor Michael Ostrowski, der aus seinem ersten (bereits verfilmten) Roman „Der Onkel“ am 16. November das erste Mal in St. Pölten liest. Oder Robert Redford-, Dennis Hopper- und Robert de Niro-Synchronstimme Christian Brückner, der sich am 23. November in St. Pölten die Ehre gibt.

„Eine Riesen-Party“ gibt’s auch zum 20. Geburtstag. Und zwar mit Europas mitreißendster Brassband, der rumänischen Fanfare Ciocarlia, die am 10. November aufspielt. Vor allem aber gibt’s „viel Programm“, etwa einige „wirklich schöne Filme“, die gerade in Venedig waren. „Ich“, sagt Alexander Syllaba mit Blick in die Zukunft, „hab’ keine Angst ums Kino!“ Auch wenn die Lockdowns „ein Wahnsinn“ waren und das Kino im Allgemeinen „nachhaltig beschädigt“ haben.

Was er sich fürs Cinema im Besonderen wünscht? „Dass es das Cinema in 20 Jahren auch noch gibt.“ Denn: „Es ist wieder da, dieses herrliche Gefühl, im Kinosessel zu versinken, das Licht geht aus, der Vorhang auf, und plötzlich ist alles möglich…“

www.cinema-paradiso.at