Genug Geld und Zeit für ein Drama. DramatikerInnenstipendium / Claudia Tondl ist die erste Preisträgerin des nach Peter Turrini benannten Projektes.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (18:51)
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Von Thomas Jorda

Kein gutes Drama ohne ein dahinterstehendes Trauma, befand Peter Turrini. Und ohne genug Zeit, es auszuformulieren.

Für die Traumata sind die Autoren selbst verantwortlich, für die Zeit in einem ganz konkreten Fall ab sofort Niederösterreich.

Das mit 12.000 Euro dotierte „Peter-Turrini-DramatikerInnenstipendium“ ermöglicht einem hoffnungsvollen Jungautor, ohne gröbere Geldsorgen ein ganzes Jahr lang ein Theaterstück zu schreiben, das dann im kommenden Winter im Landestheater St. Pölten uraufgeführt wird.

Damit löst sich, sagt Patron Peter Turrini, ein weiteres großes Problem junger Autoren. „Ich habe sechs oder sieben Jahre warten müssen, bis mein erstes Stück aufgeführt wurde. Ein Roman entsteht, wenn er gedruckt wird. Ein Gedicht, wenn beim Lesen eine Träne zerdrückt wird. Und ein Theaterstück erst durch die Darstellung auf der Bühne.“

Die Jury unter der Leitung der Landestheaterintendantin Bettina Hering kürte aus den rund vierzig Bewerbern als erste Stipendiatin die 1980 in Wien geborene und in Maria Anzbach aufgewachsene Claudia Tondl für das Exposé „Wo verdammt ist Frau Wermes?“.

Das Stück wird in experimentellen Situationen die Situation von Arbeitslosen in einer Zweigstelle des Arbeitsmarktservices zeigen.

Peter Turrini über die bereits mehrfach ausgezeichnete Autorin: „Sie hat andere Formen und Wege als ich. Aber im Engagement, da sind wir eines Sinnes.“

Nach der Übergabe des Stipendiums: Landestheaterintendantin Bettina Hering, Landeshauptmann Erwin Pröll, Preisträgerin Claudia Tondl, Patron und Namensgeber Peter Turrini (von links) am Mittwoch voriger Woche im Landestheater St. Pölten.

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