Gerhard Tötschinger: Was die Donau ihm erzählt .... Von Verena Randolf „Ich habe es sonst nicht so mit Superlativen“, schwärmt Gerhard Tötschinger, „aber die Wachau ist ganz eindeutig eine der schönsten Landschaften Europas, und ich kenne Europa wirklich gut! Es lässt sich vielleicht

Erstellt am 12. Juli 2013 (06:00)
»Ich bin ein künstlicher Niederösterreicher!«, lacht der gebürtige Wiener Schriftsteller Gerhard Tötschinger. Dafür aber ein umso leidenschaftlicher. Foto: Wilke
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Von Verena Randolf

„Ich habe es sonst nicht so mit Superlativen“, schwärmt Gerhard Tötschinger, „aber die Wachau ist ganz eindeutig eine der schönsten Landschaften Europas, und ich kenne Europa wirklich gut! Es lässt sich vielleicht noch ein Stückerl am Rhein vergleichen mit dem herrlichen Gebiet der Wachau, aber sonst geht über dieses Landstück gar nichts!“

Der Schauspieler, Intendant und Schriftsteller weiß, wovon er spricht; soeben hat er ein neues Buch herausgebracht: „Die Donau: Geschichte und Geschichten vom großen Strom“. Monatelang reiste der 67-Jährige den Fluss entlang und sammelte Material: „Es gibt Hunderte Geschichten, die die Donau zu erzählen hat: tragische Liebesgeschichten, furchtbare Kriegsgeschichten, Geschichten von Rettungen und Geschichten vom Tod.“

Gerhard Tötschinger, der mit seiner Lebensgefährtin Christiane Hörbiger einen Großteil des Sommers im gemeinsamen Haus in Baden verbringt, gerät ins Schwärmen, wenn er an die Donau denkt. „Ich wollte dieses Buch am Anfang überhaupt nicht schreiben“, erzählt er.

„Der Verlag hatte die Idee, und ich habe mich diesmal wirklich besonders gewehrt. Dann bin ich mit dem Schiff auf die Reise gegangen, von der Quelle in Richtung Schwarzes Meer, und Meter für Meter hat mich dieser Strom mehr zu interessieren begonnen. Ich habe immer mehr Freude daran gehabt und mich irgendwann mit unserem Hund Loriot in Rossatz einquartiert. Da hat es dann wirklich angefangen, mir Spaß zu machen“, erinnert er sich.

Von den knapp 3.000 Kilometern, die die Donau lang ist, fließen 360 durch Österreich. „Aber diese 360 Kilometer haben es in sich!“, meint der Autor. „Und ich habe Niederösterreich eine Hauptrolle in dem Buch übergeben, einfach weil ich das Land so gern hab’.“ Seit 41 Jahren bringt der gebürtige Wiener beinahe jedes Jahr ein Buch heraus, Urlaub gönnt er sich nicht. „Nein, das interessiert mich nicht!“, winkt er ab. „Unseren Urlaub verbringen wir heuer bei den Salzburger Festspielen. Wissen Sie: Cornelius Obonya, unser Neffe, ist heuer der Jedermann: Das lassen wir uns nicht entgehen!“