Gierige Fressmaschinen. Nacktschnecken / Nass war es zuletzt ja oft genug in den Gärten. So nass, dass der Besuch der ungebetenen Gäste nur eine Frage der Zeit war. Jetzt gilt es, den Schaden in Grenzen zu halten.

Erstellt am 12. Juli 2013 (06:00)
Von Tina Wessig

Ob einheitlich braun, schwarzbraun oder im Leopardenlook – die Nacktschnecken sind da und mit ihnen glitschige Spuren an Fassaden, Eingangtüren – und vor allem an Gartenpflanzen. Da hat der Hobbygärtner seine Pflänzchen liebevoll herangezogen und gegossen und jetzt das!

Wichtig zu wissen ist, dass sie speziell bei feuchter Witterung und in der Nacht aktiv sind – bei Trockenheit verkriechen sie sich, um sich vor der Austrocknung ihrer Haut zu schützen. „Daher ist es ratsam, immer morgens zu gießen, denn in einem abends gegossenen Garten finden Schnecken optimale Feuchtigkeitsverhältnisse vor“, weiß „Natur im Garten“-Ökologe Gregor Dietrich.

Überdies empfehlen Fachleute, Barrieren aus saugfähigen oder getrockneten Materialien um Kulturpflanzen zu errichten. Geeignet sind Sägespäne, aber auch Brennnesseln, Paradeiser- und Beinwellblätter, Farnkrautwedel, Getreidespreu, Fichtennadeln, gehäckseltes Stroh, Schilf oder Eichenrinde. Diese Barrieren müssen allerdings nach jedem starken Regen erneuert werden.

Zugegeben, händisches Absammeln ist gewöhnungsbedürftig, aber effizient. „Das Zerschneiden in der Mitte führt zum raschen Tod und ist die humanste Methode“, so Dietrich. Kleinere Mengen von toten Tieren können am Komposthaufen abgelagert werden, sind es mehr, kommen sie in den Restmüll. Von Bierfallen raten Experten ab, locken sie doch nur noch mehr Tiere an. Ebenso sind Lockpflanzungen aus Kresse, Senf oder Spinat eine sichere Einladung für ganze Schneckentrupps.

Besser sind Barrierepflanzen rund um die Kulturpflanzen – etwa Salbei, Knoblauch, Majoran oder Thymian – oder man bringt eine Jauche aus Paradeiserblättern auf. Auch Schneckenzäune aus Blech oder Kunststoff, die zehn bis 15 Zentimeter über den Boden ragen, haben sich bewährt.

Wichtig ist es überdies, natürlichen Fressfeinden wie Blindschleichen, Eidechsen, Igeln, Spitzmäusen, Maulwürfen, Vögeln und Kröten ein passendes Umfeld im Garten zu schaffen. Auch die Larven von Glühwürmchen und verschiedener Lauf käferarten verschmausen Schnecken und deren Eigelege. Apropos Gelege: Eine tiefe Bodenbearbeitung im Spätherbst, am besten nach den ersten Frösten, zerstört die Schneckenbrut des kommenden Jahres.