Ausgezeichnet: Eine Schule, ein Stift und eine Fabrik. Gleich drei ganz unterschiedliche Häuser aus Niederösterreichs Museumslandschaft wurden beim jüngsten Museumstag mit Österreichs Museumsgütesiegel ausgezeichnet: das Stift Altenburg, die "Michelstettner Schule" und das Museum Alte Textilfabrik Weitra.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. Oktober 2019 (15:29)
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Die Neuen mit dem Siegel: Gerda Schödl und Roswitha Helwig vom Stift Altenburg, Maria Kranzl von der „Michelstettner Schule“ und Brigitte Temper-Samhaber vom Museum Alte Textilfabrik in Weitra mit Ulrike Vitovec, Geschäftsführerin des Museumsmanagements Niederösterreich und Carl Aigner, Vizepräsident des ICOM Österreich (von links) beim Museumstag 2019 in Salzburg.

"Vorbildliche Museumsarbeit" - das ist das, was das Österreichische Museumsgütesiegel auszeichnet. Vergeben wird es gemeinsam von den Museumsverbänden ICOM Österreich und Museumsbund Österreich, verliehen alljährlich im Rahmen des Österreichischen Museumstags. Der fand heuer in Salzburg statt. Und dort gingen drei von insgesamt zwölf neuen Siegeln nach Niederösterreich: nach Altenburg, nach Michelstetten und nach Weitra. 

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Alle 269 Museen in ganz Österreich, die aktuell das Museumsgütesiegel von Museumsbund und Museumsverbänden tragen - 33 davon kommen aus NÖ.

Das Benediktinerstift Altenburg, bekannt auch für seine prachtvollen, vom Südtiroler Barockmaler Paul Troger gemalten Fresken, überzeugt im Ensemble mit Bibliothek und Klostergärten sowie seit 2018 auch mit der hervorragend präsentierten Sammlung Arnold. Diese ist in den adaptieren Galerieräumen im Kaisertrakt untergebracht, der Schwerpunkt liegt auf Tiroler Barockmalerei und dem Umfeld Paul Trogers. 

Das Niederösterreichische Schulmuseum, seit 2007 in der „Michelstettner Schule“ untergebracht, lässt Interessierte in längst vergangene Schulzeiten eintauchen. Mit 55.000 Original-Schulobjekten, darunter sechs komplette Klassenensembles, einer Vielzahl an Landkarten und Büchern sowie verschiedensten Lehrmittelbehelfen und Dokumenten, wird die abwechslungsvolle Geschichte des Schulwesens anschaulich erzählt. 

Wo vor 100 Jahren Webstühle, Drucktische und Stickmaschinen in Betrieb waren, werden die Besucherinnen und Besucher heute in den Arbeitsalltag und die Lebenswelt vor und um 1900 versetzt. Das Museum Alte Textilfabrik in Weitra lässt auf anschauliche Weise die Technik einzelner Arbeitsvorgänge, das Zusammenspiel zwischen Heim- und Fabrikarbeit, die wirtschaftliche Lage der Textilindustrie sowie soziale Gegensätze zwischen der Welt der Arbeiterinnen/Arbeiter und der Fabrikfamilien wieder aufleben. 

"Beweis für qualitätsvolle Arbeit"

„Die Auszeichnung der Museen unseres Bundeslandes freut uns ganz besonders, ist sie doch ein Beweis für die qualitätsvolle Arbeit, die von vielen engagierten Museumsmitarbeitenden in ganz Niederösterreich geleistet wird,“ freut sich Ulrike Vitovec, Geschäftsführerin des Museumsmanagement Niederösterreich. Und will mit "Beratungen, Fortbildungsangeboten und Veranstaltungen wie dem Niederösterreichischen Museumstag" auch weiterhin "Impulse setzen", für die Professionalisierung der Museumsarbeit.

Neben den drei neuen Gütesiegeln wurde beim Museumstag in 16 niederösterreichischen Museen das auf jeweils fünf Jahre verliehene Museumsgütesiegel bis 2024 verlängert: 5-Elemente-Museum in Waidhofen/Ybbs, Puppen- und Spielzeugmuseum Baden, Bezirksmuseum Stockerau, Österreichisches Freimaurermuseum im Schloss Rosenau, Wilhelmsburger Geschirr-Museum, Barockjagdschloss Eckartsau, Krahuletz-Museum in Eggenburg, Museum Niederösterreich, Museum Franzensburg in Laxenburg, museumkrems, Universalmuseum Kierling, Römermuseum Tulln, Stadtmuseum Klosterneuburg, Stift Klosterneuburg, Wienerwaldmuseum Eichgraben und Zeitbrücke-Museum in Gars am Kamp.  

Der nächste Österreichische Museumstag findet von 7. bis 9. Oktober 2020 in Krems statt.