Haus für Natur: Neuer Chef und neue Schau. Statt im März hat das Museum Niederösterreich seine jüngste Themenschau erst heute, Dienstag, präsentiert. Und dazu auch gleich seinen neuen wissenschaftlichen Leiter für das Haus für Natur vorgestellt: Ronald Lintner. Für Besucher geöffnet sind das Museumshaus im St. Pöltner Kulturbezirk und die neue Natur-Schau "Klima & Ich" ab 1. Juli.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 30. Juni 2020 (14:33)

"Es gibt viel zu tun. Und: Es wird Einiges passieren, hier im Haus!" Verspricht Ronald Lintner. Und hat offiziell schon am 2. Februar die wissenschaftliche Leitung des Hauses für Natur im Museum NÖ übernommen. Von Erich Steiner, der nach 30 Jahren in Pension ging. Vorgestellt wurde der neue Chef erst heute, Dienstag. Einen Tag, bevor das Museumshaus nach dem Corona-bedingten Lockdown seine Türen wieder für Besucher öffnet. Und einen Tag, bevor auch die neue Schau, die Ronald Lintner noch gemeinsam mit seinem Vorgänger, Niederösterreichs Energie- und Umweltagentur und der Umweltabteilung des Landes kuratiert hat, erstmals zu sehen ist. 

"Klima & Ich" heißt die. Und will keine "klassische, objektlastige Ausstellung" sein, so Museum NÖ-Geschäftsführer Matthias Pacher. Will auch nicht "lehrend und mahnend" sein. Sondern ein brandaktuelles Thema vor allem für Familien, Schüler und junge Besucher "begreifbar" machen. Dazu hat man eigens einen Ausstellungsgestalter, der auch Kostümbildner ist, engagiert. Und das Thema Klimawandel in vier Bereiche geteilt: "das Entrée, den historischen Bereich, das Museumslabor mit sieben Stationen und das Dorf der Zukunft", so Gestalter Christof Cremer. 

Da ragt, gleich am Eingang, eine riesige, rote Kugel auf, die exakt die Masse symbolisiert, die der Mensch täglich an Kohlendioxid produziert: 30 Kilogramm. Da erzählen Krokodil-Schädel, Austern-Schalen, Haifisch-Zähne, aber auch Erdöl-Fläschchen aus Klosterneuburg-Kierling die Klimageschichte von Niederösterreich ("bei uns hat's Krokodile und Nashörner gegeben, aber auch Höhlenbären und Auerochsen", so Erich Steiner). Da erinnern ölverschmierte Vögel und Robben an Umweltkatastrophen. Da will ein knallbuntes Labor vom Verkehr bis zum Konsum, vom Müll bis zum Energie-Fahrrad "erspürt und erspielt" werden. Und da zeigen grüne Diarahmen und bunte Vorsätze, wie eine klimabewusste Zukunft aussehen könnte. 

"Das Haus für Natur", sagt dessen neuer wissenschaftlicher Leiter Ronald Lintner, "ist ein sehr lebendiger Ort." Schließlich sei es nicht nur ein Museum, sondern auch ein Zoo. Und in den nächsten Jahren soll es auch "ein Ort der Begegnung und des Dialogs" werden. Mit "Klima & Ich" hat man damit schon begonnen.

1. Juli bis 7. März 2021, www.museumnoe.at