Symposium Dürnstein: Die Denker und die Marillen. Zum zehnten Jubiläum trifft man sich heuer nicht in Dürnstein, sondern im Netz. Und redet über „Bildung“.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. März 2021 (03:34)

Die Idee war simpel: In der Wachau sollten „nicht nur die Marillen wachsen“. Sondern auch die Ideen, die Visionen, die Gespräche. Und das zu einer Zeit, „wo sonst nichts ist“, im Frühjahr.

2011 war das. Und das Symposium Dürnstein war geboren. Zehn Jahre und jede Menge große Themen – von der Demokratie bis zum Glück und von der Krise bis zum guten Leben – später ist das „Philosophie-Event“ längst zu einem der hochkarätigsten im ganzen Land geworden. Und zu einem der wenigen, „wo man Konzepte offen diskutiert, wo man sich austauscht, über die Richtung, wohin es gehen soll“.

„Es geht um alles, was man in der Schule nicht lernt!“ Kuratorin Ursula Baatz über das Thema des diesjährigen, zehnten Symposiums Dürnstein

Das war Ursula Baatz, „von Anfang an“ Kuratorin des Symposiums Dürnstein, immer ganz wichtig. Und das wollte die Philosophin, Publizistin und Radio-Gestalterin auch im Jubiläumsjahr verwirklichen – wenn auch anders als sonst. „Wir haben einfach gewettet, dass sich’s ausgeht“, erzählt die Kuratorin. Und als klar war, dass es sich nicht ausgeht, mit einer Publikumsveranstaltung in Corona-Zeiten, ging man kurzerhand vom Stift ins Netz. Und von Dürnstein nach Krems.

Verschieben „war keine Option“, weil „viel zu kompliziert und viel zu ungewiss“. Das WLan war in Dürnstein zu wackelig. Also denkt und diskutiert man heuer von 4. bis 6. März in der Minoritenkirche in Krems-Stein. Überträgt live und online. Und spielt Dürnstein „als Grußbotschaften“ ein.

„Das ist schon ein mehrschichtiges Unternehmen“, meint Ursula Baatz. Und „ein wahnsinniger Aufwand“. Allein für die Technik habe man „acht Leute“ im Einsatz, dazu noch „drei Kameras“. Aber: „Wenn’s dann läuft, ist es wahrscheinlich relativ einfach!“

Hochkarätige Gästeliste

Die Gästeliste ist jedenfalls so hochkarätig wie immer. Zum Auftakt am Donnerstag begrüßen die Partner vom Kremser Donau-Uni-Rektor bis zum Herzogenburger Probst, schickt die Landeshauptfrau eine Videobotschaft und erinnern sich die Gründermütter und -väter von Erwin Pröll über Maximilian Fürnsinn bis zu Barbara Schwarz. Als Eröffnungsredner denkt Schriftsteller Michael Köhlmeier über das diesjährige Thema „Lebensmittel Bildung“ nach.

Und am Freitag und Samstag diskutieren Soziologinnen und Wildnis-Pädagogen, Neuropsychologinnen und Politikberater, Yale-Professoren und Pianisten weiter. „Es geht“, meint Ursula Baatz, „um alles, was man in der Schule nicht lernt.“ Natürlich brauche es Ausbildung, aber „die Idee war, zu schauen, was ist wirklich wichtig“. Und da helfe Schulwissen gerade in Krisenzeiten nicht weiter.

Was heuer fehlen wird? Das Essen und Trinken, „das war in Dürnstein immer dabei“, und das gehöre zu einem echten Symposium auch dazu. Und: „Der Austausch mit dem Publikum“. Dafür habe man aber Online-Chats installiert und „Break Rooms“ für (Zoom-) Diskussionen zwischendurch geschaffen. „Sonst ist alles wie immer!“

Programm, Infos, Anmeldung (Gratis-Teilnahme): www.symposiumduernstein.at