IM GESPRÄCH. NÖN: Am 11. Juni feiert im Cinema Paradiso der Dokumentationsfilm „Schlagerstar“ Premiere. Warum haben Sie eingewilligt, sich über ein Jahr lang von einem Kamerateam begleiten zu lassen?

Erstellt am 07. Juni 2013 (06:00)
Marc Pircher im Gespräch mit Gerti Süss über den Dokumentationsfilm »Schlagerstar« und das Phänomen Volksmusik. Foto: Erich Marschik
NOEN, Erich Marschik

NÖN: Am 11. Juni feiert im Cinema Paradiso der Dokumentationsfilm „Schlagerstar“ Premiere. Warum haben Sie eingewilligt, sich über ein Jahr lang von einem Kamerateam begleiten zu lassen?
Pircher: Natürlich habe ich dabei einiges riskiert. Aber der Film ist sehr wertfrei – jeder kann sich ein eigenes Bild machen. Ich sehe den Film als Dokument für die Ewigkeit. Sogar meine Urenkel können dadurch sehen, was ich beruflich gemacht habe.

In einer Szene sagen Sie: „Zuerst kommt die Mafia, dann die Prostitution, dann die Volksmusik.“ Ist es wirklich so schlimm?
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, und in dieser Szene habe ich eine schlechte Neuigkeit verarbeitet. Natürlich war das übertrieben. Aber es gibt schon einen Kampf hinter den Kulissen!

"Überleben werden nur die, die sich für nichts zu schade sind"

Danach sagen Sie, dass Sie die Schnauze voll haben. Hätten Sie schon einen Plan B?
Irgendwann mache ich sicher etwas Anderes, aber ich weiß noch nicht wann. Aber nach dieser Situation habe ich etwas verändert – ich habe jetzt einen anderen Vertrag, bei dem ich mehr mitbestimmen kann. Ich bin jetzt viel freier.

Im Vergleich zu anderen Musikgenres werden in der Volksmusik noch sehr viele CDs verkauft. Warum ist das so?
Der Volksmusik-Fan legt Wert darauf, die CD in den Händen zu halten. Deswegen wird dieser Markt länger bestehen. Außerdem ist die Volksmusik näher beim Menschen. Überleben werden aber nur die, die sich für nichts zu schade sind. Ich trete circa 200 Mal im Jahr auf – in kleinen Gasthäusern genauso wie in großen Hallen.