IM GESPRÄCH. NÖN: Am 6. Juli singen Sie zum sechsten Mal in Folge bei „Klassik unter Sternen“ in Göttweig. Welche Bedeutung hat dieser Ort mittlerweile für Sie?

Erstellt am 01. Mai 2013 (07:00)
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Elîna Garanca im Gespräch mit Gerti Süss über ihren sechsten Auftritt bei Klassik unter Sternen in Göttweig. Foto: Gabo Deutsche Grammophon
NOEN, Gabo Deutsche Grammophon

NÖN: Am 6. Juli singen Sie zum sechsten Mal in Folge bei „Klassik unter Sternen“ in Göttweig. Welche Bedeutung hat dieser Ort mittlerweile für Sie?
Garanca: Die Ruhe, die ich in Göttweig auf dem Berg oben finde, ist für mich wie ein Tor zur Urlaubsruhe. Und dass dieses Konzert jetzt schon zum sechsten Mal stattfindet, ist ein Beweis der Liebe und des Interesses des Publikums.

Meist treten Sie ja in geschlossenen Räumen wie der Wiener Staatsoper auf. Wodurch unterscheidet sich das Open Air in Göttweig von diesen Auftritten?
Die Akustik ist anders, denn die Open-Air-Konzerte sind ja durch ein Mikrophon verstärkt. Da ist die Stimme leicht eingeschränkt. Dafür sind Freiluftkonzerte viel entspannter. Es rührt mich, wenn ich sehe, dass die Leute schon zwei, drei Stunden vor dem Konzert kommen, dort noch ein Picknick machen oder spazieren gehen, weil sie die Stille von Göttweig genießen wollen. Auf dem Göttweiger Berg kann man Gott wirklich viel näher sein.

Heuer steht „Klassik unter Sternen“ ganz im Zeichen von Verdi. Was bedeuten seine Kompositionen für Sie persönlich?
Verdi ist eines der größten Genies, das die Oper zu bieten hat. Die Schlichtheit, aber auch die Tiefe der Instrumenta tion – wenn man das hört, weiß man einfach, dass es Verdi ist. Heuer wirkt auch der Chor des slowakischen Nationaltheaters mit, der zum Beispiel „Va, pensiero“ oder den Fanfarenzug von Aida singt. Da ist etwas, das jeder Mensch auf der Welt erkennt. Und wenn man das hört, werden in der tiefsten Seele Vulkane wach.