IM GESPRÄCH. NÖN: Am Mittwoch eröffnet in Carnuntum die Ausstellung „A. D. 313 – von Carnuntum zum Christentum“. Was dürfen sich die Besucher davon erwarten?

Erstellt am 17. März 2013 (15:23)
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Bordin: Einblicke in eine ganz spannende Zeit. Im Jahr 308 nach Christus fand in Carnuntum die Kaiserkonferenz statt. Und in den darauf folgenden fünf Jahren kam es zu weiteren weltpolitischen Umwälzungen, die noch bis in die Gegenwart wirken.

Was waren diese wichtigen Umwälzungen, die ihren Ursprung in Carnuntum hatten?

Bordin: Es kam zum Beispiel zum Edikt von Nikomedia, das das Ende der Christenverfolgung besiegelte. Und im Jahr 313 nach Christus, also genau vor 1.700 Jahren, initiierten Konstantin und Licinius – Letzterer ist in Carnuntum zum Kaiser ernannt worden – die Mailänder Vereinbarung. Diese legte die Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen fest. Wir dürfen schon stolz darauf sein, dass diese wichtigen Revolutionen auf einer Konferenz in Carnuntum fußen. Und das alles wirkt bis heute nach – zum Beispiel auch dann, wenn für das Christentum ein neuer Papst gewählt wird.

Wie lange läuft die Ausstellung?

Bordin: Vier Jahre. Sie ist auch eine gute Ergänzung zur Landessausstellung „Brot & Wein“. Schließlich sind Brot und Wein wesentliche Bestandteile des Christentums.

Sie sind auch Intendant des Welt-Theater-Festivals in Carnuntum. Wird es diesen Sommer wieder Theatervorstellungen geben?

Bordin: Ja, wir haben für heuer ein ganz tolles Programm auf die Beine gestellt, das wir auch in Kürze bekannt geben werden.

„Meilensteine in der Weltgeschichte“