IM GESPRÄCH. NÖN: Ihr Musikstil wird meist als Balkanpop bezeichnet. Sie wurden aber in Frankfurt am Main geboren. Warum dann Balkanpop?

Erstellt am 09. Dezember 2012 (18:50)
NOEN

NÖN: Ihr Musikstil wird meist als Balkanpop bezeichnet. Sie wurden aber in Frankfurt am Main geboren. Warum dann Balkanpop
Shantel: Von diesem Begriff möchte ich mich distanzieren. Meinen Musikstil wird man am Balkan nicht finden. Meine Großmutter stammt aus Rumänien, daher mein Bezug zu Osteuropa. Aber meine Mutter wurde zum Beispiel in Linz geboren. Ich sehe mich als überzeugten Europäer. Meine Musik ist eine Mischung aus den verschiedensten Einflüssen. Kontinentaleuropäische Popmusik eben.

NÖN: Sie sind seit etwa 20 Jahren im Musikgeschäft. Macht’s immer noch Spaß?
Shantel: Natürlich. Trotzdem ist es ein knüppelharter Job. Als freischaffender Musiker betreibt man Selbstversklavung. Aber es macht mich allumfassend glücklich.

NÖN:Haben Sie, abgesehen von der Musik, noch weitere Projekte in Planung?
Shantel: Ja, ich schreibe gerade ein Buch, und zwar über die vergangenen 15 Jahre, die ich erlebt habe. Es ist halb autobiografisch, halb erfunden. Ich lese und schreibe total gerne. Joseph Roth liebe ich von Herzen, aber auch Thomas Bernhard, er ist für mich der größte Europäer überhaupt.

NÖN: Zum bisher letzten Mal traten Sie im Jahr 2007 im Cinema Paradiso auf. Was dürfen sich die Besucher dieses Mal erwarten?
Shantel: Ich werde mir Mühe geben, dass die Besucher verschwitzt und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause gehen.
 

Info:
Shantel & das Bucovina Club Orkestar am 16. 12. im Cinema Paradiso in St. Pölten. Beginn 20.30 Uhr, Vorverkaufs-Tickets 19 Euro, Abendkassa 22 Euro. www.cinema-paradiso.at