Peter Fritz: "Schallaburg ist eine Herzenssache". Peter Fritz, neuer Geschäftsführer der Schallaburg, sprach mit Markus Glück über seine Ziele und die neue Ausstellung.

Von Markus Glück. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:20)
Peter Fritz
Siebenhandel

NÖN: Die Ernennung zum Geschäftsführer ist für Sie auch eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Warum erfolgte nach vier Jahren die Rückkehr?
Peter Fritz: Persönlich ist die Schallaburg eine Herzenssache. Vor vier Jahren war ich Standortleiter, nun komme ich als Geschäftsführer zurück. Da habe ich noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Und ich stehe vor spannenden Herausforderungen: Bis 2024 möchten wir die Schallaburg umfassend sanieren – neue Fassade, neue Klimatechnik. Internationale Ausstellungen haben ständig neue und höhere Anforderungen.

Die Kulturlandschaft steht derzeit vor einer großen Herausforderung. Welche Ansätze braucht es, dass Kultur trotz Pandemie möglich ist?
Fritz: Wir stehen vor großen finanziellen Aufgaben, die Schallaburg hat aber den Vorteil, dass sie immer schon auf Besucher aus der Region sowie aus Niederösterreich und den angrenzenden Bundesländern gesetzt hat. Es bleibt abzuwarten, wie die Gäste die Museen annehmen. Kultur ist einerseits von wirtschaftlicher Bedeutung, hat aber sehr wohl auch eine wesentliche soziale Funktion. Das Wichtigste in einer Krise ist, dass es weiterhin Kulturangebote gibt. Es vermittelt ein Gefühl von Normalität und lenkt von den Sorgen des Alltags ab.

Die diesjährige Ausstellung „Donau – Menschen, Schätze & Kultur“ startet coronabedingt erst am 1. Juni. Wie ermöglicht die Schallaburg den Kulturgenuss trotz Krise?
Fritz: Wir sind gut vorbereitet, und es gelten die im Alltag üblichen Spielregeln. Das Angreifen der Exponate war ja auch schon vor Corona verboten. Das Einzigartige an der Schallaburg ist, dass es eine große Ausstellung und einen großen Freibereich gibt.

Die Schallaburg hat eine landesweite Ausstrahlung, kämpft aber manchmal mit der Verankerung in der Region. Wie kann das Bewusstsein gestärkt werden?
Fritz: Für mich ist die Schallaburg „DAS“ Ausstellungszentrum des Landes . Ich möchte auf die schon bestehende Kulturpartnerschaft mit Stift Melk, der Wachau Kultur Melk und der Stadt Melk setzen. Gemeinsame Feste sowie Schulbesuche aus der Region müssen wir gemeinsam nach der Krise wiederbeleben.