In der Brandungszone. Viertelfestival Weinviertel / Exakt 69 Projekte bieten ab 9. Mai Kunst & Kultur vor der Haustür.

Erstellt am 17. März 2013 (14:56)
„Miss Moravia“ ist seit 2008 ein musikalisches Projekt, das sich über drei Landesgrenzen, vier Sprachen und fünf musikalische Idiome hinwegsetzt. Unter dem Titel Blasmusik=Weltmusik wird in Pressburg, Dürnkrut, Kronberg, Kirchstetten bei Staatz und Lundenburg gespielt. Martin Hesz
NOEN
Von Thomas Jorda

Das Dutzend ist voll. Seit dem Jahr 2001 ist die Kultur bei den Viertelfestivals in Niederösterreich der Platzhirsch. Heuer gastiert er im Weinviertel.

Unter dem Titel und Motto „Brandungszone“ werden vom 9. Mai bis zum 11. August insgesamt 69 Projekte aus der Region für die Region angeboten werden, davon sind neunzehn von Schulen gemacht.

Vor zehn Millionen Jahren schwappten die Ausläufer eines gigantischen tropischen Meeres über den Süden des Weinviertels, wo heute Land und Leute sind, schwammen einst Wale, Haie und Seekühe. Die historisch-geologische Anbindung hat das Festivalmotto ebenso inspiriert wie der Wunsch, die „Übergangszone von Ruhe und Aktivität, von Wachen und Träumen“ in Projekte künstlerisch-kultureller Natur zu fassen.

Die Projekte befassen sich mit Veränderung 

Demgemäß, so heißt es von Seiten der Veranstalter, „befassen sich viele Projekte mit Veränderungsprozessen. Die inhaltliche Bandbreite der Projekte reicht von der Auseinandersetzung mit der Geschichte über die Thematisierung landschaftlicher und volkskultureller Besonderheiten bis hin zur Würdigung großer Persönlichkeiten.“

Dafür wurde ein hauptsächlich aus Landesmitteln gespeistes Budget von 1,5 Millionen Euro veranschlagt, mit 45.000 Besucherinnen und Besuchern wird gerechnet.

Für den nach der Landstagswahl sichtlich entspannten Landeshauptmann Erwin Pröll, der innerhalb der Landesregierung für Kunst und Kultur zuständig ist – „mit unserer Kulturpolitik treffen wir im wahrsten Sinn des Wortes ins Schwarze“ –, sind die Viertelfestivals ein echtes Erfolgsmodell.

„Niederösterreich hat sich als Kulturland schlechthin positioniert und einen entsprechenden Ruf erworben. Wir forcieren die Spitzenkultur genauso, wie wir auf Regionalkultur setzen.“ Bisher hätten die Viertelfestivals 450.000 Menschen zu Tausend Projekten gelockt, die von über viertausend Künstlerinnen und Künstlern gestaltetet wurden.

Damit würden die Viertelfestivals allen drei gesteckten Zielen gerecht werden. „Sie sollen Impulsgeber für das kulturelle Geschehen im ganzen Land sein und die Hemmschwellen gegenüber der Kunst abbauen helfen. Sie sollen durch die Belebung regionaler Kultur identitätsstiftend wirken und damit das Heimat- und das Selbstwertgefühl heben. Und sie sollen ein wirtschaftlicher Faktor in und für die Region sein.“

Das Viertelfestival Weinviertel geht Hand in Hand mit der Landesausstellung „Brot & Wein“ in Poysdorf und in Asparn an der Zaya, was entsprechende Synergieeffekte mit sich bringt.

Eröffnet wird das Festival am 8. Mai, 19 Uhr, in der Fossilienwelt Weinviertel in Stetten bei Korneuburg mit dem Projekt „Schätze unter der Erde“.

Alle Veranstaltungen und Detailinformationen gibt es unter 2013.viertelfestival-noe.at