Nachgefragt bei Patricia Nessy. Patricia Nessy, Sängerin, Opern- und Musicaldarstellerin, sprach mit Michaela Fleck über Reifröcke, Kämpferinnen und Wunschträume.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 11. Februar 2020 (01:20)
Patricia Nessy, Sängerin, Opern- und Musicaldarstellerin, sprach mit Michaela Fleck über Reifröcke, Kämpferinnen und Wunschträume.
Alexandrova

NÖN: Diesen Samstag feiern Sie – endlich wieder – Premiere im Badener Stadttheater. Und zwar mit Rodgers & Hammersteins „Der König und Ich!“. Wie wird denn das?

Patricia Nessy: Eine sehr runde Sache! Und das ist ja ein Riesen-Stück, mit Chor und Tänzern. Das beginnt jetzt schön langsam zusammenzuwachsen. Wir waren ja bisher nur auf der kleinen Probebühne.

Das Original kam vor mittlerweile 69 Jahren am New Yorker Broadway heraus. Und auch die gleichnamige Verfilmung, beide mit Yul Brynner als König, hat schon 64 Jahre auf dem Buckel. Warum kann, warum muss man das heute noch immer spielen? Und wie?

Nessy: Das Stück ist fantastisch! Gleichstellung oder Religion, das sind ja Themen, die kaum jemals verschwinden. Bei uns wird das ganz durchgemischt von der Zeit her. Meine Rolle ist schon sehr klassisch. Es gibt auch Reifröcke auf der Bühne, das muss ja sein, das kommt auch im Text vor. Aber es gibt auch japanische Designer. Und die Kostüme werden anders als erwartet…

Ihre Rolle – das ist die Anna, die als englische Gouvernante an den Königshof von Siam kommt. Und dort nicht nur unter den Prinzen und Prinzessinnen für Aufruhr sorgt.

Nessy: Die Anna ist eine extrem politische Person. Sie ist eine Feministin im allerbesten Sinn. Und sie war alleinerziehende Frau im viktorianischen Zeitalter. Die historische Anna hat eine Kraft gehabt, die man sogar heute bewundern würde.

Das hat die Anna ja auch mit anderen starken Frauen, die Sie schon gespielt haben, gemeinsam. Liegt das schon auch an Ihnen?

Nessy: [lacht] Das süße Mädel bin ich nicht! Ich krieg’ immer diese kämpferischen Rollen! Auch Sisi war eine unglaublich moderne Frau, die versucht hat, Dinge zu bewirken. Oder Evita, weil sie Politikerin war.

Macht es das beim Singen schwieriger?

Nessy: Ich habe noch nie so viele Texte gehabt wie als Anna. Und ich arbeite hart an diesen Songs, die alle gesungen haben… Ich hätte sie fast schon einmal gespielt, mit Alfons Haider, in Stockerau. Aber damals war ich auch zu jung…

Wen würden Sie gerne noch singen?

Nessy: Es gibt schon Wunschträume, allen voran eine „Dolly“… www.buehnebaden.at