Nachgefragt bei Trompeter Thomas Gansch.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. Juni 2020 (02:13)
Thomas Gansch , Trompeter und gebürtiger Melker, sprach mit Michaela Fleck über Rollenspiele, Wohnzimmer, Stolz und Nerven. Gansch
Gansch

NÖN: Letzten Samstag ging die jüngste Ausgabe Ihres jüngsten Konzertprojekts über die Bühne. Diesen Samstag folgt die nächste. Was gab’s – und was gibt’s – da zu hören?

Thomas Gansch: „Gansch & Roses“, mein Ensemble, das ich dafür extra wieder aktiviert habe. Und nächstes Mal kommt was ganz Besonderes, ein echtes gansch@home, und es hat was mit meinem Bruder zu tun…

„Gansch@home“ heißt das Projekt. Und macht Musik – im Wohnzimmer, im Club, beim Heurigen. Wie geht das? Wie klingt das?

Gansch: Eigentlich ist es ein Rollenspiel. Ich tu so, als wär ich im Konzert. Und das Publikum daheim tut auch so. Die ersten zwei Male, im Wohnzimmer, ging’s mir danach sehr schlecht, so ganz ohne alles. Dann hab’ ich zuerst die Bands vergrößert. Und jetzt sind wir auch schon ausgewandert, in mein verlängertes Wohnzimmer, das Jazzland oder zum Heurigen. Es gibt ja auch mehrere Arten von Heimat.

Und was kostet das?

Gansch: Was es jedem wert ist. Ich wollte es nie gratis machen, aber immer frei zugänglich. Wer sich’s anschaut und nichts bezahlt, soll ein schlechtes Gewissen haben. Wer nichts zahlen kann, soll trotzdem zuschauen können. Das funktioniert besser, als ich dachte. Und ich hab, wenn alles gut geht, 35 Musiker, Techniker und einen Manager bezahlt – da bin ich sehr stolz drauf!

Apropos: Musiker. Neben Thomas Gansch waren da schon die Herren Wieder und Paul und Breinschmied, das Radio.String.Quartet oder das Salonorchester Alhambra zu hören. Wär’s allein zu fad? Und wer kommt noch?

Gansch: Das kommt ganz auf das Projekt an! Ich hab’ schon immer mit ganz unterschiedlichen Ensembles gespielt. Ich möchte jetzt mal zehn Ausgaben machen. Und zum Schluss, am 20. Juni, mit einer Big Band spielen – die wird so richtig anfahren!

Mit Mnozil Brass wären Sie gerade ganz woanders – in der Frankfurter Oper, in der Hamburger Elbphilharmonie oder im Veroner Teatro Romano. Wird das alles nachgeholt?

Gansch: Ich werd’ versuchen, das für mich zu reduzieren. Und ich will auch nicht mehr jede Woche zum Flughafen fahren. Das ist nicht gut für die Gesundheit, für die Umwelt und auch nicht für die Nerven.

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