Jazz aus der Teekanne. Glatt & Verkehrt / Am Fluss, im Schloss und vor allem in den Kremser Weinbergen trifft sich ab Samstag (fast) die ganze Welt – und macht Musik. Was Weltmusik heißt? Musik aus aller Welt. So weit, so klar.

Erstellt am 23. Juni 2013 (13:51)
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Von Michaela Fleck

Was Weltmusik heißt? Musik aus aller Welt. So weit, so klar. Wie Weltmusik klingt? Da wird’s schon etwas schwieriger. Schließlich lassen sich weder die Welt noch die Musik so leicht in eine Schublade stecken. Im Gegenteil. Gerade die Weltmusik steckt in so ziemlich allen musikalischen Schubladen. Oder eben in keiner. Woran das liegt? An den Orten. An den Menschen. An den Rhythmen. Und nicht zuletzt auch an den Instrumenten.

Von denen, von den Orten, von den Menschen, von den Rhythmen und auch von den Instrumenten, gibt’s bei Niederösterreichs größtem Weltmusikfest jede Menge. Schließlich lädt das auch schon seit 16 Jahren an (und um) die Donau. Und ist längst zu einem der wichtigsten in Österreich, wenn nicht in Europa geworden. Weil: So viele Gäste wie „Glatt & Verkehrt“ – auch der Name ist Programm – hat kaum eines. So viel Exotik auch nicht.

Weltmusik vom Kuhhorn bis zum Konzertflügel
44 Kapellen, (Big) Bands, Ensembles und Solisten haben sich allein für heuer angesagt. Darunter auch ein paar „Pestbläser“, eine „Hofmusik“ und sogar ein Symphonieorchester. Die kommen nicht nur aus Niederösterreich (wie die Tonkünstler oder eben die Wachauer Pestbläser). Die kommen aus Brasilien, Serbien und dem Kosovo, aus Ungarn, Deutschland und den USA, aus Südkorea, Norwegen und Kuba, aus Italien, England und Nigeria, aus Griechenland, Israel und Marokko, aus dem Iran, dem Senegal, Mexiko, Indonesien, Tunesien und aus Japan. Und die haben auch jede Menge Exotisches im Instrumentenkoffer. Wie Brasiliens Klangbastler Hermeto Pascoal, der Keyboard und Akkordeon ebenso spielt wie ein Kuhhorn oder eine Teekanne. Oder Mexikos Musikbrüder Mauricio und Francisco Sotelo, die mit Saiten-, Schlag- und Zupfinstrumenten experimentieren. Oder Japans ungewöhnlichstes Soundtrio, das aus Bambus, Holz und mehr Bambuwukir, Daxophon und andere Klangkörper baut.

Sie alle sind zum Festivalschluss am 28. Juli in der Kremser Sandgrube 13, der Hauptbühne von Glatt & Verkehrt zu bestaunen. Davor gibt’s, zwischen Weingläsern und Weinreben „Sufi-Soul“ am 27. Juli, eine „Mittelmeerkreuzfahrt“ am 26., ein akustisches „Poesie-Album“ am 25. und einen ganz und gar nicht klassischen Klavierabend am 24. Juli zu erleben.

Außerdem beim heurigen Festival: Brasilien zum Auftakt im Wolkenturm, Balkan-Strings auf der Fesslhütte, Roma-Musik im Weingut, Klassik-Improvisationen im Schloss (Spitz), Fluss-
Geschichten im Klangraum (Krems). Und: eine Klangkreuzfahrt auf der Donau, eine Musikwerkstatt im Stift (Göttweig) und, erstmals, Poesie und Pestbläserei im Rosengärtlein (der Ruine Aggstein). Hingehen, zuhören, mitreisen!

 

Glatt & Verkehrt, Festival 2013
Auftakt: 29. Juni, 20 Uhr,
Wolkenturm Grafenegg
Klangfahrt: 6. Juli, ab 16.30 Uhr
Hauptfestival: 24. bis 28. Juli, Winzer Krems, Sandgrube 13
www.glattundverkehrt.at