181 Jahre: Alte Schule, junge Musik. 180, eigentlich: 181 wird Österreichs älteste Musikschule heuer. Deren Stammhaus steht in St. Pölten. Und ist mit 1.700 Schülern an 16 Standorten auch die größte im Land.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 01. Mai 2018 (00:21)
J. Vorlaufer
Villa mit Park:
Wo einst die Industriellen-Familie Voith wohnte, wird im Süden von St. Pölten seit 1961 Musik unterrichtet – in den eleganten Schlafzimmern im ersten Stock etwa jahrelang Klavier.

Der Anfang war bescheiden. Sechs Geigenschüler, ein paar mehr Gesangsschüler und ein Klassenzimmer in der damaligen Knaben-Volksschule.

Viel mehr gab es in der frisch eröffneten „Gesang- und Musikschule“ im St. Pölten des Jahres 1871 nicht. Wobei: Gegründet wurde die noch 34 Jahre früher. Als Konservatorium. Für den ebenfalls gerade gegründeten St. Pöltner Musikverein von Anton Scherer. Der gab sein erstes Konzert 1838, also vor 180 Jahren. Und sperrte sein Konservatorium zwischendurch wieder zu.

"Wir waren immer eine Schwerpunktschule."

Eine Erfolgsgeschichte wurde die wieder eröffnete „Gesang- und Musikschule“ trotzdem. Karl und Camillo Öhlberger, Fagottisten der Wiener Philharmoniker, waren hier Musikschüler, Dirigent Karl Österreicher, Geiger Wolfgang Sengstschmid und Bratschistin, Komponistin & Uni-Professorin Julia Purgina auch. Roland Batik unterrichtete hier eine Klavierklasse. Und die erste musikalische Früherziehung, die erste dreijährige Lehrerausbildung, eine Kindersingschule, ein Akkordeonorchester, ein Musikschulorchester und die Anfänge von Niederösterreichs Jugendsinfonieorchester hatte sie auch, die seit 1961 städtische und seither in der Voith-Villa im St. Pöltner Südpark beheimatete Musikschule.

„Wir waren“, sagt Viktor Mayerhofer, Cellist, Klarinettist und 36 Jahre lang Direktor (der längstgediente in NÖ), „wir waren immer eine Schwerpunktschule. Wir hatten Lehrer mit besonderem Ruf. Und wir haben als einzige jedes Instrument angeboten!“ Von der Harfe bis zur Kirchenmusik.

Heute gehört zur Musik auch noch die Kunst. Und zu den aktuell 1.700 Musikschülern und 66 Musiklehrern unter Alfred Kellner kommen noch 200 Kunstschüler. Gefeiert wird am 9. Mai von allen und mit ganz vielen. Mit dem Musikverein und dem Domchor, mit der Big Band, der Militärmusik und einem Chor der 1.000 Sänger. Und am 4. Mai , dem Tag der Musikschulen, öffnet man die Klassenzimmer – wie die 126 anderen Musikschulen in NÖ.

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