Birgit Denk: „Ich arbeite am Diva-Status!“. 50 ist Sängerin, Entertainerin und Hainburgerin Birgit Denk heuer. Ein Geburtstagsporträt.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 28. April 2021 (03:58)
„Ich bin im Herzen noch immer sehr gerne Sozialpädagogin“: Birgit Denk über ihren „ordentlichen Beruf“.
Carina Antl

Erst wollte sie im März feiern. Das war noch 2020. Dann wollte sie im April feiern. Das war schon 2021. Und jetzt? Feiert sie im Mai. Und zwar nicht nur den Geburtstag ihrer Band (der war eigentlich schon letztes Jahr und den hätte sie schon zweimal in der St. Pöltner Bühne im Hof gefeiert). Sondern auch ihren eigenen. Und einen rundennochdazu.

„Natürlich ist 50 alt. Und natürlich will ich gesiezt werden!“, lacht Birgit Denk. Aber: „Das ist eigentlich ein wahnsinnig schöner Geburtstag! Und ich bin tatsächlich in freudiger Erregung!“

Das hat aber nicht nur mit dem anstehenden Geburtstag zu tun. Das hat auch mit dem anstehenden Album zu tun. Das hat zwar noch keinen Titel und auch noch keine Playlist („wir haben 15, 16 Lieder, davon werden’s dann 12 oder 13 werden“). Aber eine Richtung.

„Das wird ein sehr freudiges, poppiges Album!“, verspricht Birgit Denk, die mit ihren „Denks“ gerade im Aufnahmestudio in Pyhra bei St. Pölten steht („beim fantastischen Chris Scheidl“, der schon Skolka, Austria 3, die Holmes Brothers oder Willi Resetarits aufgenommen hat). Und die für ihre jüngste Platte „ein paar meiner Lebensstationen in Texte gegossen“ hat. Stress habe man dabei keinen, auch musikalisch „sind wir sehr rudimentär, kein Firlefanz“. Aber im Sommer „kommt sicher eine Single“.

„Das Ding wird sehr poppig!“ Sängerin Birgit Denk über ihr jüngstes Album mit ihrer Band Denk

Stress hatten die Denks – Birgit und „ihre“ vier Männer an Bass, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug – aber auch in den letzten 20 Jahren selten. Wie das funktioniert? „Es ist ein großes Glück, dass wir alle noch was Anderes gemacht haben, am Anfang“, ist Birgit Denk überzeugt.

Sie, die gebürtige Hainburgerin („das war immer Multi-Kulti, meine Großmutter ist nach Pressburg einkaufen gefahren, mein Vater, mein Onkel, meine Cousinen sind alle noch dort, ich geh dort gern spazieren, und ich fühl’ mich auch ein bisschen verantwortlich“), ist zwar mit Musik aufgewachsen. Hat bei Roland Neuwirth („das war in Baden, im Internat“) Gitarre gelernt und in der Schulband gesungen („dafür gab’s die ersten Applause – und die ersten Einladungen zu Getränken“).

Studiert hat sie aber erst mal Sonder- und Heilpädagogin. Und hat bis 2006 auch eine Caritas-Einrichtung geleitet. „Ich hab’ das sehr lange und sehr gerne gemacht!“ Und sich, mit 35, doch für die Musik entschieden – „bevor ich beides nur halb mache. Und wenn mir die Singerei auf die Nerven geht, kann ich noch immer zurück!“

„Alle Zuseherrekorde zerrissen“

Auf die Nerven ging ihr „die Singerei“ bis jetzt noch nicht. Im Gegenteil. Mit ihrer Band hat die frühere Gastsängerin beim Ostbahn-Kurti „eine musikalische Qualität und Sprache entwickelt“, das sei ein wahnsinniges Privileg. „Wir brauchen uns nicht einmal mehr anschauen!“ Mit ihrer Fernsehsendung „Denk mit Kultur“ hat sie schon sieben Staffeln auf ORF III gespielt, gesungen und geplaudert. Und dabei ein ganz neues Format kreiert.

„Leute treffen sich in einer Bar, mit denen plaudert man, mit denen trinkt man was, und mit denen macht man auch Musik“, erklärt die Gastgeberin. Und ist auch ein bisschen stolz darauf, dass das gerade während der letzten Lockdowns „alle Zuseherrekorde zerrissen hat“. Die nächste Staffel kommt „hoffentlich“ im Herbst, davor kommt „Denk mit Kultur“ noch zweimal live und Open Air, einmal aus dem Thermalbad in Bad Fischau (am 12. Juli), einmal aus dem Langenloiser Schloss Haindorf (am 1. August), und beide mit Lukas Resetarits als Gast.

Was kommt noch, im Geburtstagsjahr? „Die zum 124. Mal aufgeschobene Österreich-Tournee“, hofft Birgit Denk. Was sicher nicht kommt, sei eine CD-Präsentation im Internet, da weigere sie sich („das ist eh lieb, aber es geht mir sehr auf die Nerven“). Statt dessen freue sie sich „wahnsinnig“, ihre neuen Lieder zu singen.

Und gefeiert? Wird auch noch. „Ich möchte unbedingt feiern. Und am liebsten mit Publikum.“ An ihrem Geburtstag, dem 14. Mai, steht also ein Geburtstagskonzert im Terminplan. Ort: Orpheum. Gäste: „musikalische Gratulanten“…