Kampf den Cyberdieben. Das Internet ist zu einer unverzichtbaren Informations- und Kommunikationsquelle geworden. Aus diesem Grund bietet es hohe Attraktivität für Verbrechen.

Erstellt am 18. Juni 2013 (12:20)
In Österreich nutzen mittlerweile rund drei Viertel der Bevölkerung regelmäßig das Internet, die Hälfte davon täglich. Für die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung ist das Internet eine unverzichtbare Grundlage geworden.
Dabei kommt es aber auch vermehrt zu einem Anstieg der Kriminalität im Internet. Laut Interpol entsteht in Europa jährlich ein Schaden von rund 750 Milliarden Euro.
Aus diesem Grund steigt auch die Relevanz dieses Themas in Österreich beinahe täglich. Durch die hohe Attraktivität für Verbrechen wird der Cyberbetrug, ähnlich wie der Drogenhandel, mittlerweile im großen Stil von internationalen Banden organisiert. In einer Cyberrisikoanalyse betont der Präsident des Kuratoriums Sicheres Österreich, Erwin Hameseder, die Wichtigkeit der Cybersicherheit für die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs: „Je mehr wir die Entwicklungschancen unserer Wirtschaft, und damit auch unserer Bürger, an den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie knüpfen, desto stärker müssen wir uns gleichzeitig mit der Sicherheit der entsprechenden Anwendungen beschäftigen.“

Die Schattenseiten des Internets
Aufgrund der neuen Gegebenheiten entwickelte sich das Thema Cybersicherheit und Cyberkriminalität zu einem der am intensivsten debattierten Themen.
Die Schattenseiten von Cyberkriminalität, Cyberangriffe oder der Missbrauch digitaler Medien für extremistische Zwecke stellen neue Herausforderungen für alle Betroffenen dar.
Mit Blick auf die strategisch bedeutsamen Infrastruktursektoren spricht der österreichische Verfassungsschutz in einem letztjährigen Bericht von einem Gefahrenpotenzial, das „einen bisher nicht bekannten Reifegrad erreicht hat“. Dabei verursacht alleine die Cyberkriminalität immense Kosten von etwa 296 Milliarden Euro.
Zudem ist zu bedenken, dass mit einer Lahmlegung oder Störung der Informations- und Kommunikationstechnologie auch die öffentliche Ordnung destabilisiert werden kann. Darüber hinaus untergräbt die Spionage die nationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Durch das Erstarken der sozialen Netzwerke kann die gezielte Verbreitung von Falschmeldungen auf digitalem Weg binnen Sekunden für Verwirrung und Unruhe sorgen.
Das Kuratorium Sicheres Österreich arbeitete ein Fünf-Punkte-Programm aus, um geeignete Maßnahmen für die Bewältigung des Problems zu haben. So ist es laut den Autoren wichtig, das Bewusstsein für Cyberrisiken zu fördern und die Nutzer zu qualifizieren.

Erkennen von aktuellen und künftigen Risiken
Zudem sollten aktuelle und künftige Cyberrisiken erkannt, verstanden und bewertet und die Zusammenarbeit im Umgang mit Cyberrisiken systematisch organisiert werden. Neben der Stärkung der Cyberrisikoprävention soll die Cybersicherheit mit Verhaltensanreizen gefördert werden.
Zur Absicherung des Cyberraums wurde von der österreichischen Bundesregierung vor Kurzem ein umfassendes und proaktives Konzept zum Schutz des Cyberraums und der Menschen im virtuellen Raum beschlossen. Mit der Strategie für Cybersicherheit wird eine Cyber-Koordinierungsstruktur festgelegt. Damit wird das Ziel verfolgt, einen regelmäßigen Informationsaustausch sicherzustellen, die Situation im Cyberraum zu beobachten und zu bewerten sowie gemeinsame Maßnahmen festzulegen. Auch vonseiten der Europäischen Kommission wurde ein gemeinsames Konzept zur Sicherung digitaler Netze, zur Verhütung von Online-Verbrechen und zum Schutz der Verbraucher im Februar dieses Jahres entwickelt.



Begriffserklärungen

  • Cyberkriminalität

Nach Symantic bezeichnet Cyberkriminalität jedes Verbrechen, das mit Hilfe eines Computers, Netzwerks oder Hardware-Geräts begangen wird. Diese Art der Cyberkriminalität umfasst unter anderem Phishing, Diebstahl oder Manipulation von Daten oder Diensten durch Hacker oder Viren, Identitätsdiebstahl sowie Bank- oder E-Commerce-Betrug.

  • Hacker

Im Bereich der Computersicherheit beschäftigen sich Hacker mit Sicherheitsmechanismen und deren Schwachstellen. Der Begriff beinhaltet auch diejenigen Personen, die Sicherheitslücken suchen, um sie aufzuzeigen oder zu korrigieren.
In der breiten Öffentlichkeit wird der Begriff für Personen benutzt, die unerlaubt in fremde Systeme eindringen und diese Sicherheitslücken ausnutzen.

  • Pishing

Der Begriff leitet sich von dem englischen Wort „fishing“ ab und bedeutet das Abfangen der Daten über gefälschte Internetadressen, E-Mails oder SMS. Die Absicht ist etwa, persönliche Daten zu missbrauchen oder die Inhaber von Bankkonten zu schädigen. Umgangssprachlich wird Pishing als das „Angeln nach Passwörtern“ definiert.

Mehr zum Thema Sicherheit zu Hause, im Straßenverkehr und im Internet lesen Sie im >>NÖ-Sicherheitsratgeber 2013.