Keine Pflichtschulung. Motorradunfälle / Heißer Sommer lässt die Biker-Unfallzahlen steigen. NÖN-Leser sind gegen verpflichtende Schulungen für ältere Lenker.

Erstellt am 01. September 2013 (17:17)
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Von Madeleine Kopitschek

„Die Zahl der Motorrad-Zulassungen ist deutlich gestiegen. Auf den Straßen sind immer mehr Biker unterwegs – vor allem an so herrlichen Sommer tagen, die perfekte Bedingungen für eine Ausfahrt bieten“, berichtet Chefinspektor Manfred Haindl, Verkehrsreferent am Bezirkspolizeikommando Krems.

Weil es heuer viele prächtige Tage gab und weil viele Motorradlenker ihr fahrerisches Können überschätzen, könnte es heuer einen traurigen Rekord an Motorradunfällen geben. Das betrifft auch viele Ältere, die sich nach einer längeren Auszeit wieder aufs Bike schwingen.

Aus diesem Anlass hörte sich die NÖN bei ihren Lesern um und wollte wissen, ob eine Schulung für ältere Motorradfahrer notwendig sei. Viele der Befragten halten Schulungen für sinnvoll, jedoch nicht nur für ältere Fahrer, sonder für alle, die eine Fahrpause hinter sich haben. Einige der Befragten finden, dass Auffrischungsstunden oder Schulungen auf freiwilliger Basis besucht werden sollten, da sich jeder Lenker selber einschätzen könne.

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Bei der NÖN-Online-Umfrage waren die Leser deutlich gegen Schulungen: 84,4 Prozent der insgesamt 3.001 Teilnehmer halten sie für nicht notwendig, nur 15,6 Prozent sind dafür.

Gerhard Schrefel, Chefinspektor im Bezirkspolizeikommando Zwettl meint dazu: „Es gibt inzwischen immer mehr Motorradfahrer im reiferen Alter, da diese es sich finanziell leisten können. Entsprechend wirkt sich das aber auch auf die von Unfällen betroffenen Motorradfahrer aus.“

Uli Werzinger, Leiterin der Fahrschule Easy Drivers in Tulln hält es für sinnvoll, an die freiwillige Motivation der Motorradfahrer zu appellieren: „Zusätzlich gesetzlich erzwungene Schulungen wären nicht sinnvoll, weil dann wieder der Widerwille entsteht, dass es gemacht und von den Motorradfahrern bezahlt werden muss.“

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Stimmen aus NÖ

Alois Maurer, Rohrendorf:
„Schulungen sind grundsätzlich immer notwendig, besonders für Motorradfahrer. Ob man damit Unfälle vermindert, kann ich nicht sagen – oft sind auch die anderen Verkehrsteilnehmer schuld.“

Emanuel Faltl, Imbach:
„Nach längerer Fahrpause wäre eine Auffrischung gut. Falls ältere Fahrer ein Verkehrsrisiko darstellen, ist eine Nachschulung angebracht. Vorsichtiges Fahren sollte oberstes Gebot sein.“

Peter Krumböck, Böheimkirchen:
„Ich bin dagegen, weil ich finde, dass jeder mündige Bürger wissen sollte, ob er sich die Teilnahme am Verkehr, gleich ob Biker oder Kraftfahrer, zutraut.“

Clemens Meyer, Mödling:
„Ich glaube, dass es nichts mit dem Alter zu tun hat, wer eine Schulung braucht, sondern mit der Zeit, die man pausiert hat. Ab einem Jahr sollte man einen Auffrischungskurs besuchen.“