„Kenne die Mentalität der Weinviertler“. Erwin Steinhauer im Gespräch mit Gerti Süss über die fünfte Verfilmung von Polt. Und warum er sich die erst in einigen Jahren ansehen wird.

Erstellt am 30. Dezember 2013 (23:59)
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NÖN: Kürzlich wurde der fünfte Teil der Polt-Verfilmungen ausgestrahlt, bei der Sie die Titelrolle des Simon Polt spielen. Waren Sie zufrieden mit dem Endergebnis des Films?
Steinhauer: Ich schaue mir meine Filme immer erst viel später an. Denn mich quält eine gewisse Unzufriedenheit, wenn ich fertige Produkte sehe, bei denen man nichts mehr ändern kann. Das ist der große Unterschied zum Theater: Wenn einem da eine Szene verrutscht, macht man das beim nächsten Mal halt besser. Beim Film liegt’s und pickt’s. Wenn ich jetzt durch Zufall einen älteren Film von mir sehe, dann geht das irgendwie. Dann nörgle ich nicht mehr an mir herum.

„Kenne die Mentalität der Weinviertler“


Regisseur Julian Roman Pölsler hat gesagt, nur Sie schaffen es, so richtig „poltisch“ zu spielen. Wie geht „poltisch“?
Das weiß ich nicht. Ich kenne diese Figur seit mindestens 13 Jahren und habe alle Romane gelesen und viele Lesungen daraus gehalten. Väterlicher- und mütterlicherseits stamme ich ja auch vom Weinviertel ab, genauer gesagt aus Ernstbrunn, und vielleicht habe ich auch deswegen einen direkteren Zugang zu der Mentalität der dort lebenden Menschen. Umgekehrt könnte ich in Berlin auch keinen überzeugenden Berliner spielen.

Am ersten Drehtag im Weinviertel sind Sie mit dem Rad gestürzt. Ist der restliche Dreh dann glimpflicher verlaufen?
Meine Kette hat blockiert und ich bin umgefallen wie ein Stück Holz! Danach haben wir das Rad richtig renovieren lassen und es ist nichts mehr passiert. Das Ding wurde ja zehn Jahre nicht benutzt, da muss man es schon herrichten.

„Kenne die Mentalität der Weinviertler“