Kirchenjahr. Von Sonja Planitzer Fast zwei Milliarden Christen weltweit feiern in der Karwoche und zu Ostern die Botschaft vom Kreuz und der Auferstehung Jesu Christi. Insbesondere an den drei „heiligen drei Tagen“, Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag,

Erstellt am 24. März 2013 (14:34)
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Der Auferstandene: Ein Fresko in der Pfarrkirche in Unterretzbach (Bezirk Hollabrunn). Rupprecht

Fast zwei Milliarden Christen weltweit feiern in der Karwoche und zu Ostern die Botschaft vom Kreuz und der Auferstehung Jesu Christi. Insbesondere an den drei „heiligen drei Tagen“, Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, sowie am Ostersonntag geht es um den Höhepunkt des Kirchenjahres und um das Kernstück des christlichen Glaubens: Das Grab ist leer, Jesus ist auferstanden. Rund um die Osterwoche hat sich auch in unseren Breitengraden viel Brauchtum entwickelt. Etwa das Ratschen in der Karwoche oder das Abbrennen der Osterfeuer am Karsamstag oder Ostersonntag.

Ostern geht auf die früheste Zeit der Kirche zurück und ist das ritenreichste aller christlichen Feste. Seit dem Konzil von Nizäa wird Ostern alljährlich am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Damit liegt Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiert die Ostkirche Ostern meist an unterschiedlichen Tagen. Das ist auch 2013 so.

Mit dem Palmsonntag, mit dem der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert wird, beginnt die Karwoche, die auch als „heilige Woche“ bezeichnet wird. Das Wort „kar“ wird übrigens aus dem althochdeutschen „kara“ oder „chara“ für Klage, Kummer, Trauer abgeleitet.

In der Karwoche werden in der so genannten „Chrisammesse“ jene Öle geweiht, die das ganze Jahr über bei Taufen, Firmungen, Krankensalbungen und Priesterweihen verwendet werden.

Mit dem Gründonnerstag beginnen die „heiligen drei Tage“. Als Zeichen der dienenden Liebe wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Diesen Brauch, der seit dem Konzil von Toledo 694 bekannt ist, wiederholen am Gründonnerstag bis heute in vielen Kirchen Priester und Bischöfe. Als Ausdruck der Trauer verstummen während der Messe Orgel und Glocken. Sie schweigen bis zur Osternacht.

Karfreitag, Karsamstag: Keine Eucharistiefeier 

 

Am Karfreitag wird der Gefangennahme, der Verurteilung und schließlich der Hinrichtung Jesu gedacht. Der Karfreitag ist für evangelische Christen der höchste Feiertag des Jahres. Die katholische Kirche kennt am Karfreitag wie auch am Karsamstag keine Eucharistiefeier. Zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr versammeln sich die Katholiken stattdessen zu einem Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Kreuzverehrung sowie die großen Fürbitten stehen.

Der Karsamstag gilt als der stillste Tag im Kirchenjahr. An diesem Tag verweilt die Kirche am Grab des Herrn.

Die Feier der Osternacht ist der Höhepunkt im kirchlichen Jahr. Das eigentliche Osterfest ist vor dem Hintergrund der Pessach-Feier entstanden. Bereits im 6. Jahrhundert begann die Osterliturgie in den Abendstunden des Samstags. Seit 1951 ist die große Feier der Auferstehung nach Einbruch der Dunkelheit (wieder) erlaubt. Damals legte ein Bescheid aus Rom fest, dass die Osternachtsfeier am Karsamstag erst ab 20 Uhr beginnen dürfe.

In den meisten Pfarren in Niederösterreich beginnen am Karsamstag die Gottesdienste – in der Osternacht – zwischen 20 und 22 Uhr. In manchen Gemeinden ist man aber auch dazu übergegangen, die Feier am frühen Sonntagmorgen, kurz vor Sonnenaufgang, anzusetzen. Und einige Pfarren machen an diesem Wochenende überhaupt „durch“.