Krankenkassen liegen bei Sanierung über Plan. Die Krankenkassen liegen in ihrem Sanierungsbemühungen über dem Plan. Die von der Politik vorgegebenen Finanzziele haben die Kassen übererfüllt, geht aus dem Monitoringbericht des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor, den Gesundheitsminister Stöger am Dienstag dem Ministerrat vorgelegt hat.

Erstellt am 02. Oktober 2012 (12:51)

Für den Zeitraum von 2010 bis 2013 wurden den Kassen Kostendämpfungen von insgesamt 1,725 Milliarden Euro auferlegt. Im Jahr 2010 waren es 197 Millionen Euro, tatsächlich erreicht wurden jedoch 410 Millionen Euro. Für das Jahr 2011 sollten die Kassen 361 Millionen einsparen, tatsächlich geschafft haben sie 643 Millionen Euro. Und für heuer werden die Krankenkassen statt der geforderten 510 Millionen laut Prognose 728 Millionen Euro einsparen. Damit werden die bis 2013 geforderten Kostendämpfungen von 1,725 Millionen voraussichtlich schon heuer erfüllt sein. Für 2013 wurden noch weitere Einsparungen von 657 Millionen Euro vereinbart.

Die Erfüllung der Finanzziele ist für die Krankenkassen Voraussetzung dafür, dass sie die im Strukturfonds bereitgestellten Gelder abholen können. Ein ähnliches System ist im Zuge der derzeit laufenden Verhandlungen über die Gesundheitsreform auch für die Spitalsfinanzierung im Gespräch.

Der Gesundheitsminister verwies gegenüber der APA darauf, dass die Krankenkassen in den Jahren 2009 bis 2011 jeweils positiv bilanziert und in diesen drei Jahren insgesamt bereits mehr als eine Milliarde an Schulden abgebaut haben - ohne dass es zu Leistungskürzungen oder zusätzlichen Selbstbehalten für die Patienten gekommen sei.

Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger forderte aufgrund der vorliegenden Zahlen, nun müsse dringend in einen Ausbau der Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Ärzte investiert werden. Es gehe um die überfällige Entlastung der stationären und ambulanten Spitalseinrichtungen.