Kühe, Kunst & Kuscheltiere. NÖs größtes Theaterfest für alle von 0 bis 99 heißt zwar nicht mehr Bunte Wähne. Jung und bunt ist es trotzdem.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Mai 2018 (01:13)
Fliegende Kühe & tanzende Traktoren hat die neue Szene Waldviertel am Plakat.
Jorghi Poll

Mit 27 war sie aus dem Gröbsten schon heraus. Aber noch immer so laut und so bunt und so schräg und so klug wie ihr junges Publikum.

Und doch ist die Szene Bunte Wähne, (Nieder-) Österreichs erstes und internationalstes Kinder- und Jugendtheaterfestival, seit heuer in Pension. Und lässt ihre Nachfolgerin die 28. Saison bestreiten.

„Szene Waldviertel“ nennt sich die. Und ist, sagen die Initiatoren, „eine logische Weiterführung“ der Bunten Wähne. Die neue Szene will mit neuem Ansatz und neuer Konzeption ganz junges, junges und junggebliebenes Publikum ins Waldviertel bringen. Und hat sich dafür Szene-Bunte-Wähne-Gründer und Radessener Stephan Rabl als künstlerischen Leiter zurückgeholt. Der will „Regionales und Urbanes“ verbinden und „temporäre Momente der Begegnung“ schaffen.

Programm sieht man sieben Wochen

Ab Freitag macht man dazu sieben Wochen lang Programm, und zwar auf sieben unterschiedlichen Schienen. Mittel- und Ausgangspunkt ist, wie schon bei der Szene Bunte Wähne, die Stadt Horn. Dort feiert man, in der Meierei, im Canisiusheim, in den Museen und im Kunsthaus am 25. Mai Eröffnung. Mit einer spanischen Zirkustruppe, mit Schweizer Kampfsportlern, mit einem Burg- und TV-Star (Philipp Hochmair) und mit einem irischen Singer-Songwriter (David Keenan).

Noch am Eröffnungsabend öffnet auch das zweite Format der neuen Szene, mit einer fliegenden Kuh überm Programm, seine Pforten. Und geht „tanzen, tanzen, tanzen, bis man am Boden liegt“, und zwar in den Hallen der Alten Molkerei in der Breiteneicher Straße in Horn. Dort wird zwei Abende lang geshakt, während untertags die ganze Stadt den Kindern gehört.

Eine Stadt für Kinder & eine Burg für Wölfe

Acht Schauplätze werden da am 26. und 27. Mai mit über 30 Programmpunkten bespielt, vom Street Dance bis zum Afro-Workshop, von „Himmel und Hölle“ bis zum Tiger-Theater, vom Kurzfilm bis zum Kopfhör-Shakespeare und von der Wunderkammer bis zur Stelzenmusik. Eines von vielen Highlights: der italienische „Zirkus der Kuscheltiere“ am Samstag oder der Stadt-der-Kinder-Oscar am Sonntag. Während die Kinder die Stadt erobern, gehen Frauen & Männer (ab 13) ins Kino, auf den Bahnhof, in den Krieg oder in den Schönheitssalon (ab 25. Mai).

Außerdem noch bis 8. Juli in der Szene Waldviertel: die „Wolfstage“ auf der Raabser Burg von 30. Mai bis 3. Juni, ein Fußball-(WM-)Schwerpunkt ab 15. Juni mit Microsoccer und „Futbol“ im ganzen Waldviertel, ein Waldviertler Dorf (nämlich Szene-Bunte-Wähne-Heimat Radessen), das sich drei Tage lang mit und ohne Traktoren in Szene setzt. Und eine Reise zu einigen der „111 Orte im Waldviertel, die man gesehen haben muss“ (nach Johanna & Erwin Uhrmanns gleichnamigem Buch).

www.szenewaldviertel.at