St. Pölten wird NÖ Kultur-Zentrum. Fahrplan, Budget und Projekte vorgestellt. Kooperation wurde gestärkt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:24)
Im neuen Glanz: Die Renovierung von St. Pöltens ehemaliger Synagoge ist eines der Hauptprojekte für „Niederösterreichs Kulturhauptstadt 2024“ und soll fünf Millionen Euro kosten.
Klaus Pichler

30 Millionen Euro wollen die Stadt St. Pölten und das Land NÖ in die Infrastruktur für die Kulturhauptstadt 2024 stecken. Insgesamt acht Projekte werden damit angegangen, eines davon ist das Kinderkunstlabor (Kikula), das nun am Altoonapark gebaut wird.

Tief hingen die Köpfe in St. Pöltens Rathaus und im Regierungsviertel, als im Herbst die Jury die europäische Kulturhauptstadt 2024 an Bad Ischl vergab und nicht an die Landeshauptstadt. „Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen“, gab Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Devise aus.

Die Synagoge wird saniert und adaptiert

Neben dem Zwölf-Millionen-Bau des Kikula wird Geld in die Neugestaltung des Domplatzes gesteckt, der mit fünf Millionen veranschlagt wurde. Einen Schwerpunkt wird auch die Sanierung und Adaptierung der ehemaligen Synagoge bilden. Das Festspielhaus wird für 6,9 Millionen Euro wieder in Schuss gebracht, der Klangturm für eine halbe Million. Der Rest wird in den Lames-Sonnenpark investiert sowie in das Stadtmuseum und eine bessere Verbindung des Kulturbezirks mit der Innenstadt.

Stadt und Land: Neue Form des Miteinanders

St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler betont eine neue Form des Miteinanders und eine Kooperation auf Augenhöhe zwischen der Stadt St. Pölten und dem Land Niederösterreich. Die Landeshauptstadt soll durch die Kulturhauptstadt 2024 nicht nur politisch das Zentrum des Landes bilden, sondern auch „kulturell, gesellschaftlich und emotional“, wünscht sich Projektleiter Jakob Redl.

16,85 Millionen Euro wurden für die nächsten vier Jahre für die Programmgestaltung des Kunst- und Kulturschwerpunktes budgetiert. Davon ausgenommen sind Vorbereitung und Betrieb des Kikula. Vorprojekte würden bereits jetzt entwickelt und sollen bis 2024 schon vorher sichtbar und spürbar werden. Im Jahr der Kulturhauptstadt selbst sind überregionale Kunstprogramme von April bis Oktober geplant. Aktuell laufen die Ausschreibungen für die operative Geschäftsführung und für die künstlerische Leitung.