Kunstraum Niederösterreich eröffnet neue Ausstellung. Die neue Gruppenausstellung im Palais Niederösterreich spielt mit dem Gedanken Kunstobjekte nicht voneinander getrennt zu betrachten, sondern die Kunst und das Leben als Netz zu begreifen. Dahinter stehen Ideen Schwarzer Denkerinnen.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 24. Februar 2021 (19:34)

Sphärische Harfenmusik, die Besucher auslösen, wenn sie durch den Raum gehen, ein Gedicht an der Wand, Videoinstallationen, die Sonnenlicht auf Wasser tanzen lassen und farbenprächtige Blumensträuße in Vitrinen, die im Laufe der Ausstellung kondensieren und verfallen werden – „Life constantly escapes“ heißt die neu eröffnete Gruppenausstellung im Kunstraum Niederösterreich in der Wiener Herrengasse.

Die Kunstwerke sind genau wie Lebewesen nicht voneinander getrennt, sondern durch die Musik und die vielen Papierflieger aus Aluminium, die auf dem Boden verteilt sind, miteinander verknüpft. Alles in dieser Welt ist unterschiedlich und einzigartig, aber trotzdem verbunden. Die kapitalistische Moderne hingegen ist ein ständiger Angriff auf das Leben und beutet es aus. Diese Ideen hinter der Ausstellung stammen von Denkerinnen des Schwarzen Feminismus und aus der jahrhundertelangen Schwarzen Widerstandsbewegung. „Sie kritisieren, dass wir das Leben in Kategorien stecken, dass wir Land und Menschen eingrenzen und zu Besitz erklären, Subjekte von Objekten, Mensch von Natur, Mann von Frau trennen und fordern uns auf, das Leben einmal anders zu denken“, sagt Kuratorin Andrea Popelka.

Seit heute, Mittwoch, ist die Ausstellung für Interessierte zugänglich. Sie läuft noch bis 3. April 2021. Der Eintritt ist frei.

Die ausstellenden Kunstschaffenden und Poet*innen sind manuel arturo abreu, Mei-Mei Berssenbrugge, Sean Bonney, Octavia E. Butler, Jesse Darling, Luna Ghisetti, James Goodwin, Grant Jonathon / HTMLflowers, Rohini Kapil, Kashif Sharma-Patel & Anuka Ramischwili-Schäfer, Ahya Simone und Bri Williams.

Mehr Informationen unter www.kunstraum.net