Bilder, Menschen & Abenteuer beim Fotofestival in Baden. Ab 1. Juni bevölkern in Baden und in der Bretagne über 2.000 Bilder die Plätze, Parks und auch die Altstadt.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 07. Mai 2019 (01:45)
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„Im Vorjahr waren wir noch vorsichtig. Man weiß ja nie: Kommen alle? Oder kommt keiner?“ 189.258 kamen. Und sahen die erste Ausgabe von (Nieder-)Österreichs größtem Fotofestival in der Kaiserstadt Baden.

Also war man heuer ein bisschen weniger vorsichtig. Lud mehr Fotografen ein. Plante statt nur die Parks auch die Altstadt („dorthin haben wir uns 2018 nicht getraut“) mit ein. Und schrieb noch mehr fotografische Kunst aus aller Welt ins Festivalprogramm.

„Das ist besser als Fußball!“ Festival-Direktor Lois Lammerhuber über sein Festival La Gacilly-Baden Photo

2.000 Werke von 32 Künstlern von Frankreich bis Österreich und von Brasilien bis Slowenien sind da heuer ab 1. Juni zu sehen. „Ich hab’s“, gibt Lois Lammerhuber zu, „noch immer nicht gezählt.“ Dafür habe der Initiator, selbst vielfach ausgezeichneter Fotograf und Verleger, noch etwas Österreich „dazugetan“ – wie im Fotografinnen-Duo Sarah Cooper und Nina Gorfer („die habe ich in St. Petersburg gesehen und war sofort fasziniert“). Vier Themenschwerpunkte rundum kreiert (von der Mondlandung bis zu Woodstock, beides heuer vor 50 Jahren). Und noch eine exklusive Ausstellung von World Press Photo, also der weltbesten Foto-Reporter, an Land gezogen („für uns ein kleiner Ritterschlag“).

Das heurige Festivalmotto, „Hymne an die Erde“, sei, so Lammerhuber, ebenso wie die World Press Photos „auch ein guter Nachdenkstoff“. Wobei: Auch „I love Africa“, das Motto des Vorjahres, „war schon politisch. Aber die Bilder haben nicht mehr wehgetan“.

Das, nämlich Wehtun, Anrühren, Aufrütteln, tun die gleichzeitig stolzen und verletzlichen Porträts von an den Rand gedrängten Völkern der Amerikanerin Sarah Cooper und der Österreicherin Nina Gorfer („vier von ihnen hängen wir links und rechts der Orangerie auf, und nochmal 16 auf der Wiese vor dem Schlosshotel“) schon. Das tun auch die Bilder aus dem Orbit von Astronaut Thomas Pesquet („der ist zwar kein Fotograf“) und die Bilder unter dem Mikroskop von Spike Walkers („das sind Zellen, aber auch ganz kleine Viecher“).

„Eigentlich“, sagt Lois Lammerhuber, „ist das Festival eine Bildungsanstalt.“ Die öffnet am 1. Juni nicht nur in Baden, sondern auch im Ursprungsort La Gacilly, in der französischen Bretagne. Und zeigt 2019, was 2020 nach NÖ kommt: „Östlich des Neuen“.

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